Frankfurt, Du verliebter Bücherwurm

Bücher

Frankfurt ist verrufen als Stadt der Banker, arm an Reizen. Irgendwie kühl. Nichts für Romantiker, Abenteurer oder Träumer. Quatsch, sage ich zu all diesen Behauptungen!  Ich könnte so viele Eigenarten der Stadt aufführen, die das Klischee durchbrechen und wiederlegen. Heute widme ich mich aber nur diesem einen Argument: Ich freue mich diebisch, das die Scheinwerfer der medialen Welt ausgerechnet dann besonders intensiv auf „Bankfurt“ gerichtet sind, wenn ein so hohes kulturelles Gut wie das Buch gefeiert wird und die alljährliche Frankfurter Buchmesse ihre Pforten öffnet. Was für ein schöner Bruch. Klar, hier geht es auch um Geld, aber in erster Linie geht es immer noch um Literatur. Daran glaube ich. Denn die Stadt vibriert während dieser fünf Tage. Ausnahmezustand. Überall Menschen, die Bücher lieben. Die von einer Lesung zur andern eilen. Sich in der Bahn über neue (und alte) Bücher austauschen, heiß und innig über die frischgekürten Preisträger literarischer Auszeichnungen diskutieren: Literaturnobelpreis, Deutscher Buchpreis, Jugendliteraturpreis.  Du hast dazu Redebedarf? This is the place to be. Die Neuigkeiten überschlagen sich und die Meinungen auch. Von „Verdient!“ bis „Wer ist das denn?!“ über „Das ist doch nix.“ bis hin zu „Was für eine Entdeckung!“ und wer mag auch ganz tiefschlürfenden Diskussionen dazu. Die Bars und Kneipen sind voll und die Gespräche drehen sich immer wieder um Bücher (wenn auch wohlgemerkt nicht nur!). Mit Alkohol wird Abends auch nicht gespart und wer schon immer mal seinen Lieblingsautor treffen wollte, dem sei gesagt: Wenn nicht hier, wo dann? Fünf Tage also paradiesische Zustände für Literaturliebhaber.

Frankfurt, Du alter Bücherwurm. Bist eben doch viel besser als Dein Ruf: ganz funkelnd und aufgeregt und bis über beide Ohren verliebt in die große weite Bücherwelt, die für fünf Tage auf Deiner Couch pennen darf.

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