Miss Parkers Sicht auf die Männer

Diese Woche lächelt mich Dorothy Parker zaghaft von dem Kalenderblatt des „aufbau Literaturkalenders“ an. Vor rund 46 Jahren ist diese schillernde, scharfzüngige und humorvolle Schriftstellerin gestorben, die im New York der wilden 20er Jahre im Hotel Algonquin mit ihrem lasterhaften Kreis verkehrte, zu viel trank, leidenschaftlich diskutierte und an Schlagfertigkeit  kaum zu übertreffen war. Ihre Biographie von Michaela Karl mit dem Titel „Noch ein Martini und ich lieg unterm Gastgeber“ kann ich Dir wärmstens empfehlen, wenn Du mehr über die wundervolle, starke und doch zerbrechliche Miss Parker erfahren möchtest.

In meinem Kalender steht ein Zitat aus ihrer Kurzgeschichte „Ein Telefonanruf“, dass ich für Dich rausschreibe. Dorothy Parker war eine der Königinnen der Kurzgeschichten und ist es noch. Das war ganz zweifellos IHR Genre, dass sie aufs vortrefflichste beherrschte. Hier nun also das Zitat:

„Sie mögen es nicht, wenn man ihnen sagt, dass sie einen zum Weinen gebracht haben. Sie mögen es nicht, wenn man ihnen sagt, dass man ihretwegen unglücklich ist. Wenn man es doch tut, dann halten sie einen für tyrannisch und anmaßend. Und dann hassen sie einen. Sie hassen einen, wann immer man etwas sagt, das man wirklich denkt. Man muss ihnen ständig etwas vormachen. Ach, ich dachte, dass wir das nicht nötig hätten.“