„Um es kurz zu machen“ von Meike Winnemuth

Vor einigen Monaten war ich auf einer Lesung im Hafen 2 in Offenbach. Die Autorin und Journalistin Meike Winnemuth las dort aus ihrem neuen Buch „Um es kurz zu machen“ vor – einer Sammlung ihrer Kolumnen der letzten Jahre.

Ich kannte das Buch noch nicht, wollte mir die Lesung aber auf keinen Fall entgehen lassen, denn ich war hin und weg gewesen von Winnemuths letztem Buch mit dem Titel „Das große Los“. Dabei handelt es sich um eine Art autobiographisches Reisetagebuch. Meike Winnemuth hatte bei „Wer wird Millionär“ 500.000 Euro abgeräumt. Mit diesem Geld verwirklichte sie sich einen Traum. Sie lebte ein Jahr lang, je einen Monat in einer anderen Stadt der Welt und schrieb darüber. Ich folgte Meike Winnemuth Buchstabe für Buchstabe nach Sidney, Hawaii oder San Francisco und war begeistert von diesem klugen, lustigen, originell erzählten und inspirierenden Buch. Danach hätte ich am liebsten selbst sofort eine Weltreise gebucht. Das ging zwar nicht, aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben und eins war klar: Diese Autorin hatte mein Leserherz im Sturm erobert.

Meike Winnemuth_Um es kurz zu machen

Die Lesung im Hafen 2 war ein voller Erfolg. Meike Winnemuth war auf der Bühne genau so sympathisch und humorvoll wie in ihrem Buch und das Publikum: begeistert. Sie las einige ihrer Kolumnen vor, beantwortete dann charmant alle Fragen aus dem Publikum und signierte im Anschluss ihre Bücher. Ich ging bestens gelaunt nach Hause und beschloss nun auch ganz bald „Um es kurz zu machen“ zu lesen.

Die rund 70 im Buch enthaltenen Kolumnen sind zuvor in Zeitschriften oder Magazinen erschienen, wie der Süddeutschen oder dem Stern. Im Buch wurde der Versuch unternommen sie in acht thematische Kategorien einzuteilen, wie z. B. „Lieben“, „Hassen“, „Ausprobieren“, „Einsehen“. Es sind kurzweilige und, wie es Kolumnen so an sich haben, persönliche Texte über das Leben, über Alltägliches und Besonderes.

Kleine Kostprobe gefällig? Eine meiner Lieblingskolumnen heißt „Ist mir egal, ich lass das jetzt so“. Meike Winnemuth beschreibt hier wie befreiend es ist, sich im Prozess des Äterwerdens von dem Selbstoptimierungswahn der jungen Jahre zu lösen, den Bemühungen, endlich ein verantwortungsbewusstes Erwachsenenleben zu führen, ein rückenmuskeltrainiertes, steueroptimiert angelegtes, life-work-balanciertes, vor Mitternacht ins Bett gegangenes Spitzenleben […] Das kriege ich nicht mehr hin, so ein Prachtexemplar der Menschheit zu werden. War ‘ne bescheuerte Idee von Anfang an.[…] Stattdessen: Schnapsideen! Befreiungsschläge! Unverantwortliche Kurswechsel!“ Sehr amüsant und wohltuend. Oder die Kolumne mit dem Titel „Osnabrück“, in der Winnemuth eine Anekdote aus ihrem Leben erzählt, von einem Treffen mit einer völlig fremden Leserin und dabei nebenbei ein leidenschaftliches Plädoyer rausschlüpft für mehr Wagnisse, mehr Vertrauen in (fremde) Menschen und gegen die ständige Frage „Was springt für mich dabei raus?“, bei allem was man so treibt.

Die kurzen Kolumnen versüßen dem Leser, mit ihrer optimistischen Leichtigkeit und ihrem Scharfsinn und Witz, definitiv den Tag. Der authentische Stil der Autorin, die Themen gerne kurz, knapp aber treffend auf den Punkt bringt, finde ich ausgezeichnet. Mich hat diese Kolumnensammlung zum Schmunzeln, zum Lachen, zum Nachdenken gebracht. Meike Winnemuths neugieriger Blick auf die Welt und ihre Lebensfreude sind zudem einfach ansteckend. Eine empfehlenswerte Lektüre.

Um es kurz zu machen. Von dem unverschämten Glück auf der Welt zu sein
Meike Winnemuth
Knaus, August 2015
206 Seiten
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag € 16,99

Das Buch wurde mir freundlicherweise kostenlos vom Knaus Verlag zur Verfügung gestellt. Der Beitrag spiegelt ausschließlich meine persönliche Meinung wieder.

Offenbach Hills

Seit Januar hat Offenbach ein neues, durchaus selbstironisches Wahrzeichen. In Anlehnung an den berühmten Schriftzug in Hollywood schmückt den bescheidenen Feldherrenhügel nun selbstbewußt der Stadtname Offenbach in weißen Großbuchstaben und wertet so den häßlichen Marktplatz auf. Die Idee stammt von einem Student der Offenbacher Hochschule für Gestaltung: Heinrich Zimmermann.

Mir gefällt sein Einfall, gerade weil der Vergleich von Offenbach und Hollywood so unglaublich hinkt und Offenbach sich durch diese eigenwillige Nachahmung auf charmante Weise „aufspielt“. Und ich habe den Eindruck, die Offenbach Hills kommen bei den Bewohnern gut an. Während ich das Foto gemacht habe, kam jedenfalls eine alte Dame auf mich zu und sagte: „Das ist schön, oder? Am Wochenende komme ich her, mit meinen Enkeln, und dann machen wir ein Foto davor“. Die Fältchen um ihre Augen fingen an zu tanzen, die Mundwinkel schossen nach oben und sie schenkte mir ein strahlendes und auch stolzes Lächeln. Das war rührend und auch ein bisschen hollywoodreif.

Offenbach Hills

Menschen im Bahnhofsviertel. Fotografien von Ulrich Mattner

Was prägt einen Stadtteil? Was bestimmt seinen Charakter? Die Antworten können sehr vielfältig ausfallen: Das Gesicht eines Stadtteils formt sich durch seine Geschichte, seine Architektur, seine kulturellen Räume, Kneipen, Restaurants, Parks, seinen Ruf – aber vor allem durch die Menschen, die vor Ort leben und arbeiten.

Der Fotograf und Journalist Ulrich Mattner lebt seit 6 Jahren im Frankfurter Bahnhofsviertel. Seine Fotoausstellung „Menschen im Bahnhofsviertel“ in der Kaiserpassage zeigt aktuell eine Auswahl seiner Porträts von Persönlichkeiten aus diesem „Milieu der Kontraste“. Die grobkörnigen Schwarz-Weiß-Fotografien sind spontane Momentaufnahmen, stark und authentisch. Von der Stripperin bis zum Türsteher, von lokalen Händlern bis zu einer Bettlerin – man spürt, dass sich hinter jedem Bild eine Geschichte verbirgt und der Betrachter ihr zumindest einen Wimpernschlag lang lauschen darf.

(c) Ulrich Mattner, Menschen im Bahnhofsviertel

©Ulrich Mattner

Die Ausstellung ist als eine Street-Gallery mitten im Kiez gestaltet. Bei einem Rundgang durch die Kaiserpassage, einer aus den 1970er Jahren stammenden Einkaufspassage, die die Kaiser- mit der Taunusstrasse verbindet, stößt man direkt auf die meist in Vitrinen hängenden 33 Fotografien.
Ulrich Mattner bietet übrigens auch sehr spannende Touren durch das Bahnhofsviertel an. Ich habe selbst schon an einer teilgenommen und kann es wirklich sehr empfehlen.

Die Ausstellung „Menschen im Bahnhofsviertel“ wird noch bis zum 25. März 2016 in der Kaiserpassage (Kaiserstraße 62) zu sehen sein. Sie ist täglich, außer sonntags, von 9-20 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Goodbye, British Bookshop!

Seit 1956 existiert der British Bookshop in Frankfurt. Jetzt, im Jahr seines 60-jährigen Jubiläums, schießt der Laden in der Börsenstraße 17. Frankfurts Institution für englischsprachige Literatur hat nur noch bis zum Freitag, dem 12. Februar geöffnet und verkauft seine übriggebliebenen Papierschätze nun für 2 bis 5 Euro. Als Grund werden auf der Homepage umfassende Renovierungsarbeiten an dem Gebäude, in dem sich der Bookshop befindet, genannt. Ein kleiner Hoffnungsschimmer bleibt jedoch, denn dort heißt es auch, sollte man eine andere Location finden, könnte es mit dem British Bookshop eventuell weitergehen. Ich drücke die Daumen. Ohne diesen gemütlichen Laden, der sich das Motto „Your Independent Choice“ auf die Fahne geschrieben hat, wird Frankfurt ein Stück Kulturleben fehlen.

Fahrrad_BritishBookshop_FFM

Ich kann es mir auch nicht verkneifen an dieser Stelle eine Lanze zu brechen für all die kleinen, wundervollen, inhabergeführten Buchhandlungen, die eine eigene Persönlichkeit, eine eigene Geschichte haben. Zu den schönsten Dingen im Leben gehört es für mich in genau diesen Buchhandlungen in Frankfurt und dem Rest der Welt die Zeit zu vergessen, in Literatur abzutauchen, nur um den Laden irgendwann breit lächelnd mit neuen „Entdeckungen“ zu verlassen. Damit das auch so bleiben kann, finde ich es so wichtig den (lokalen) Indie-Buchhandel zu unterstützen und Bücher nicht – oder so wenig wie möglich – online zu bestellen, was tatsächlich für mich persönlich überhaupt kein Opfer darstellt. Ganz im Gegenteil. Wenn ich in meiner Stammbuchhandlung Schutt ein Buch bestelle (per E-Mail, Telefon, App, persönlich) ist es in der Regel am nächsten Tag ab 10 Uhr da. Ich kann es dann in den nächsten Tagen abholen, wann immer es mir passt und muss nicht bei der Post oder einer Packstation dafür anstehen – nein, stattdessen statte ich dem gemütlichen Büchermeer einen kleinen Besuch ab und führe einen netten Plausch mit den Buchhändlerinnen.

Schild_British Bookshop
Viele Menschen meinen ihre hübsche Buchhandlung um die Ecke kann sich „auch so“ halten. Was macht es da schon, dass man aus Bequemlichkeit online beim üblichen Verdächtigen bestellt? Aber da leider sehr viele so denken, sterben die kleinen Buchhandlungen weiter aus und das empfinde ich wirklich als großen Verlust. Denn ein Stadtbild ohne sie wäre – sicher nicht nur für mich – ein unglaublich trauriges Szenario. Deshalb, liebe Bücherfreunde – es ist so leicht: Support your indie bookstore. ❤ Einfach so oft es eben geht.

made by miko. Mit Herzblut ans Handgemachte

Coco Chanel, die Koryphäe des zeitlosen Stils, sagte einmal: „Mode ist nichts, was nur in Kleidung existiert, Mode ist in der Luft, auf der Straße, Mode hat etwas mit Ideen zu tun, mit der Art, wie wir leben, mit dem, was passiert.“ Passiert ist auch tatsächlich jede Menge und es war ein langer Weg bis Milena Kossmann, gebürtige Frankfurterin, Schneiderin und Modedesignerin, die Schlüssel zu ihrem ersten eigenen Laden in der Hand hielt. Im Frankfurter Nordend ist ihre kleine aber feine Perle mit dem Namen made by miko seit April 2014 beheimatet. Etwas verborgen aber keineswegs unentdeckt, denn schon jetzt gibt es einen festen Kreis von Kundinnen, der die Talente der 31-jährigen Designerin zu schätzen weiß. Weiße Wände, Nähmaschinen und feinste Stoffballen in Bio-Qualität sind die schlichte Zierde des Ladens, deren Besitzerin auch in ihrer Mode die schnörkellose Eleganz lebt. made by miko ist sowohl Name des Ladens als auch des eigenen Labels von Milena Kossmann alias miko. Und der Name ist Programm – denn hier dreht sich alles um das Handgemachte.
Ich traf mich mit der Jung-Designerin in ihrem Laden zum Gespräch über den roten Faden beim Verfolgen seines Traums, der Liebe zur klaren Linie und Frankfurt als Inspirationsquelle.Milena Kossmann„Lustigerweise wollte ich schon immer tun, was ich jetzt tue“, verrät Milena. „Kürzlich hat mir meine Schwester erzählt, sie hätte ein altes Freundebuch gefunden, dass ich als Kind ausgefüllt habe. Als Berufswunsch habe ich damals Modedesignerin eingetragen.“ Eine Zeitlang hatte sie das Ziel aus den Augen verloren, wollte Kunst studieren, doch dann fand sie sich plötzlich wieder beim „Tag der offenen Tür“ der Frankfurter Schule für Mode und Bekleidung. Eine Initialzündung, denn Milena, deren Faible für Nadel und Faden in der Familie liegt, hatte schon bald das Gefühl: „Hier bin ich richtig“ und so absolvierte sie dort eine Ausbildung zur Maßschneiderin. Die Faszination für den Beruf erklärt sie so: „Es war die Kreativität, es war das Handwerk und was mir ebenfalls wichtig ist: das Ergebnis seiner Arbeit am Ende des Tages in den Händen zu halten. Dieses Handfeste – das hat mich schon immer gereizt.“ Nach der Ausbildung arbeitete sie in einer Schneiderei in Sachsenhausen, wo der Wunsch nach „mehr“ gewachsen ist. „Ich konnte hier viel lernen. Gerade wie man unterschiedliche Verarbeitungstechniken anwendet und wie man mit Kunden umgeht. Das hat mir sehr viel Freude gemacht, aber irgendwie wollte ich über das reine Nähen hinaus und fragte mich: Wie schaffe ich das? Wie kann ich noch mehr Kreativität in dieses Handwerk bringen?“ Die ersten Schritte Richtung Selbstständigkeit und eigenes Label, das damals noch Feinstoff hieß, wurden gemacht. Zunächst empfing Milena die Kundinnen zu Hause, die Anprobe wurde auf der Toilette gemacht, zwischenzeitlich dann in einer Lagerhalle in Riederwald. Doch der Gedanke an einen eigenen Laden ließ sie nicht mehr los und nach dem Abschluss des Studiums in Modedesign in Höchst stand ein Ziel im Nadelöhr des Interesses: „Raus aus dem Hinterzimmer. Jetzt muss ein Laden her.“ Die Suche begann. Parallel dazu trat auch ihr Label made by miko erstmals ins Rampenlicht der Öffentlichkeit. In Zusammenarbeit mit Stoff aus Frankfurt entwickelte Milena Upcycling-Kleider aus den Shirts des Labels, und präsentierte sie 2013 bei einer kleinen Modenschau.

made by miko_LadenAls der Laden im Nordend dann gefunden war, ging es ans Eingemachte. Milena entwickelte in einer rekordverdächtigen Zeit von vier Monaten die erste made by miko-Sommerkollektion, die pünktlich zur Eröffnung des Ladens im Frühling 2014 bewundert werden konnte. Von da an entwarf Milena im Saisonrhythmus neue made by miko-Modelle. Seit Ende Oktober 2015 ist die aktuelle Herbst-/Winterkollektion 2015/16 im Laden erhältlich. Die Stücke stehen in der Größe 38 in ihrem Laden zum Entdecken bereit und werden ansonsten von der Schneiderin für ihre Kundinnen, die die breite Altersspanne von 25 bis 75 Jahren abdecken, maßangefertigt. „Meine Mode ist klassisch, zeitlos und sie besticht durch Details. Die Kleidungsstücke – Jacken, Mäntel, Hosen, Kleider, Röcke Oberteile, selbst gestrickte Schals – sind schlicht und gut kombinierbar. Ich lege Wert auf hochwertige Verarbeitung, eine perfekte Passform und mag kein Chi-Chi. Meine Linie ist casual aber trotzdem elegant. Ich möchte die Kundin nicht überladen, sondern ihre Persönlichkeit unterstreichen. Das ist gerade das Konzept, dass man gemeinsam die richtige Farbe, den richtigen Stoff und Schnitt auswählt.“ Milena verwendet außerdem Stoffe mit GOTS-Siegel und hat sich dazu entschieden fast komplett auf synthetische Materialien zu verzichten. Der Global Organic Textile Standard (GOTS) wird weltweit als Gütesiegel verwendet für die Verarbeitung von Textilien aus biologisch erzeugten Naturfasern. Er definiert umwelttechnische Anforderungen entlang der gesamten textilen Produktionskette und gleichzeitig die einzuhaltenden Sozialkriterien.

HerbstWinter_15_16_madebymikoDas Preisspektrum der made by miko-Mode, die sich neben ihrer Schnörkellosigkeit durch eine hochwertige Haptik auszeichnet, liegt zwischen € 49,- für ein Longsleeve und € 350,- für einen Mantel aus Alpaka. Neben dem Selbstproduzierten, bietet Milena auch Handgemachtes von anderen Kreativen in ihrem Laden an, so zum Beispiel Gürtel aus alten Fahrradschläuchen von dem Frankfurter Label Hollini Speciale, T-Shirts des Labels Stoff aus Frankfurt oder Silberschmuck von einer Antik-Händlerin aus Nidderau. Milena sieht sich als Teil eines Netzwerks von Kreativen, Menschen mit wunderbaren und unentbehrlichen Flausen im Kopf, die sich gegenseitig unterstützen und inspirieren.

WinterHerbst_2015_16_madebymikoUnd Inspiration ist ein gutes Stichwort. Denn diese Geschichte kann nicht erzählt werden, ohne Frankfurt kurz zu würdigen, das sich latent ohnehin immer wieder zwischen die Zeilen mogelt. Milena, die auch DIY-Nähkurse für Teenager an der Frankfurter Volkshochschule anbietet, sagt offen: „Ich liebe die Stadt und sie inspiriert mich total. Ich bin selbst ein wenig in der urbanen Szene unterwegs, gehe auf unangemeldete Partys von Freunden und finde dort meine Inspiration – gerade im Style der Jugend, in Bars und Clubs. Aber auch bei einem Spaziergang durch den Günthersburg Park oder bei meinem Nebenjob in der Kostümabteilung der Oper Frankfurt. Ich gehe einfach mit offenen Augen durch die Welt, sauge alles in mich auf und versuche das auch in manchen Elementen meiner Kollektion unterzubringen. Wie ein Architekt, der sich ganz genau die Fenster und Dächer anschaut, so gucke ich mir die Klamotten der Menschen an.“
Wie hieß es noch zu Beginn: „Mode ist in der Luft, auf der Straße …“, aber eben auch ganz klar in einem kleinen Laden im Nordend, dessen Schaufenster der Schriftzug made by miko schmückt.

made by miko
Martin-Luther-Str. 62
60389 Frankfurt am Main

Öffnungszeiten:

Dienstag – Freitag: 11-19 Uhr
Samstag: 11-14 Uhr
Montags geschlossen
Termine außerhalb der Öffnungszeiten nach Vereinbarung

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Zieh Dir mal ein Buch! Der Buchomat im Offenbacher Klingspor Museum

Im Offenbacher Klingspor Museum steht ein ulkiger, scheinbar aus der Zeit gefallener, kleiner Automat, der das Herz eines jeden Buchfreundes höher schlagen lässt – der Buchomat. Mit einem Fünfmarkstück* kann man sich hier eins der drei zur Wahl stehenden Bücher „ziehen“.

Zu seiner Entstehung kam es so: In den 1990er Jahren hatte der Künstler Jürgen Wölbing den Wunsch, Künstlerbücher für „Einsteiger“ herauszugeben. In einem kleinen Querformat entstanden von Künstlern konzipierte Bücher, im Grunde kleine Kunstwerke in Buchform, mit originalgrafischer Ausstattung zu einem kleinen Preis.  Um die besonderen Bücher ebenfalls auf eine besondere Art und Weise anzubieten, wurde ein Automat gebaut, der Buchomat. Im September 2015 hat er im Klingspor Museum ein neues zu Hause gefunden.Buchomat_Offenbach

Das 1953 eröffnete Klingspor Museum in Offenbach ist ein Sammlungs- und Ausstellungsort der internationalen Buch- und Schriftkunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Das Museum sammelt Exponate aus den Bereichen Kalligrafie, Schriftprobe, Illustration, Bilderbuch, Bucheinband, Künstlerbuch, Grafikdesign und Plakat von 1900 bis zur Gegenwart und bietet wechselnde Ausstellungen an. Den Grundstock des Museums bildete die Privatsammlung von Karl Klingspor (1868-1950), der in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Offenbach mit seinem Bruder eine Schriftgießerei betrieb.

Aktuell kann man im Museum die 60. internationale Kinderbuchausstellung „Kinderwelten“ bewundern. Ein interessanter kultureller Ort in Offenbach, der definitiv einen Besuch Wert ist und das nicht nur wegen des Buchomaten. Aber auch.

*Ein Fünfmarkstück für den Automaten ist an der Museumskasse gegen 10 Euro erhältlich.