Deutsch lernen mit den Märchen der Brüder Grimm. Crowdfunding-Projekt aus Offenbach

Seit meiner Kindheit begeistere ich mich für gute Geschichten. Diese Leidenschaft half mir auch beim Lernen der deutschen Sprache, als ich vor Jahren als Kind von Polen nach Deutschland zog. Neben der Schule und meinen neuen Freunden waren Geschichten – in Form von Büchern, Filmen und Zeichentrickserien – ausschlaggebend für meine schnellen Sprachlernerfolge. Davon bin ich überzeugt. Denn das Lernen der unbekannten Sprache machte mir immer dann besonders viel Spaß, wenn es sich gar nicht wie Lernen anfühlte: wenn ich mit Freunden Zeit verbrachte, Bücher las oder einen Film schaute, die mich in seinen Bann zog. Von Geschichte zu Geschichte, von Seite zu Seite wuchs mein Wortschatz, verbesserte sich meine Aussprache und mein Verständnis der deutschen Sprache – bis sie mir irgendwann gar nicht mehr fremd vorkam und meine zweite Muttersprache wurde. Die Liebe zur Sprache und zu Geschichten ging so weit, dass ich schließlich Germanistik studierte. Ich bin also ein Fan von dem was man „kontextbasiertes Lernen“ nennt und möchte heute das Crowdfunding-Projekt „Märchen für Deutschlerner“ aus Offenbach vorstellen, an dem ich überzeugt mitarbeite und das sich genau mit diesem Thema beschäftigt.

Rotkäppchen für DeutschlernerCrowdfunding-Projekt „Märchen für Deutschlerner“
Die Initiatoren des Projekts „Märchen für Deutschlerner“ möchten Märchen der Brüder Grimm als Animationen produzieren, die sich speziell an Deutschlernende richten. Die Idee: Der Lernprozess soll mithilfe von Märchen unterstützt werden. Die Animationen können zum Beispiel von Deutschlernenden selbst aber natürlich auch von Lehrern für Deutsch als Fremdsprache samt dafür entwickelter Lernmaterialien im Unterricht genutzt werden. Um das Projekt verwirklichen zu können, werden über die Crowdfunding-Plattform Indiegogo Unterstützer gesucht. Das Ziel: Bis zum 17.01.2016 sollen € 10.000,- für das Projekt „Märchen für Deutschlerner“ gesammelt werden.
Initiiert wurde das Projekt von dem kürzlich gegründeten Startup L-Pub und der kleinen Medienagentur steelecht aus Offenbach. Hier geht’s zur Kampagnen-Seite.

Warum die Märchen der Brüder Grimm?
Die Wahl fiel nicht ohne Grund auf die Märchen der Brüder Grimm. Schließlich sind sie in aller Welt bekannt. Sie gelten als Brückenbauer zwischen Ländern und Kulturen und können somit den Zugang zur deutschen Sprache erleichtern.

Kurzfilm „Rotkäppchen für Deutschlerner“
Gemeinsam mit dem preisgekrönten Animationsdesigner Tim Fernée (BAFTA 2002) wurde bereits eine komplett animierte Version des Grimm-Märchens „Rotkäppchen“ als Pilotprojekt produziert und zusammen mit einer Lehrerin für Deutsch als Fremdsprache eigens für Deutschlerner sprachlich vereinfacht.
Die Umsetzung von „Rotkäppchen für Deutschlerner“ war ein Herzensprojekt, an dem alle Beteiligten nahezu ausschließlich in ihrer Freizeit gearbeitet haben – ohne Bezahlung dafür jedoch mit viel Enthusiasmus. Tim Fernée hat rund 8.000 handgefertigte Zeichnungen dafür erstellt, der Schauspieler Jupp Saile hat das Märchen im Studio mit seiner Stimme zum Leben erweckt, Musik wurde komponiert, der Produktionsprozess organisiert und umgesetzt sowie Lernmaterialien zum Film für den Sprachunterricht entwickelt. Den Trailer dazu kann man sich hier anschauen:

Warum werden Unterstützer gesucht?
Vielleicht kennst Du das auch. Manchmal ist Herzblut allein nicht genug. Um eine weitere Märchenproduktion für Deutschlerner verwirklichen zu können, braucht es diesmal finanzielle Unterstützung. Jeder kleine oder große Beitrag hilft bei der Umsetzung des Projektes. Die Unterstützer erhalten jeweils ein kleines Dankeschön – zum Beispiel eine handgezeichnete „Rotkäppchen“-Illustration von Tim Fernée. Da es eine Alles-oder-Nichts Kampagne ist, erhalten alle Spender im Fall, dass der angestrebte Betrag von € 10.000,-nicht zusammenkommt, ihr bereits gespendetes Geld wieder zurück.

Crowdfunding-Abschlussfeier und Kurzfilm-Europapremiere in Offenbach
Am letzten Tag der Kampagne wird der Erfolg (oder Misserfolg) gemeinsam zelebriert und alle Interessierten sind herzlich dazu eingeladen. Man kann mitfiebern und die Crowdfunding-Kampagne in den letzten Stunden live vor Ort unterstützen. Ein Highlight des Events ist die kostenlose Aufführung und zugleich Europapremiere der Animation „Rotkäppchen für Deutschlerner“ in Anwesenheit des Animationsdesigners Tim Fernée, der die zauberhaften Bilder geschaffen hat. Passend dazu wird Kuchen und Rotwein angeboten. Hier die Informationen zur Veranstaltung auf einen Blick:
Wann? Sonntag, 17. Januar 2016, ab 17:00 Uhr
Wo? „afip!“ – Akademie für interdisziplinäre Prozesse, Ludwigstraße 112a, 63067 Offenbach am Main
Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung per E-Mail an lk@steelecht.com wird gebeten.

Gute Feen gesucht!
Falls Du einen kleinen Betrag für das Sprachlernprojekt spenden möchtest – bitte hier entlang. Es kann noch bis zum 17.01.2016 gespendet werden. Danke! Thank you! Dziekuję! Merci! ❤

Bild Rotkäppchen: © L-Pub

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Frankfurt meets Japan. Nippon Connection 2015.

Nicht zuletzt durch die Lektüre von Haruki Murakami habe ich ein großes Interesse für Japan entwickelt. Jedes Jahr aufs Neue freue ich mich daher auf die Nippon Connection in Frankfurt. Das größte japanische Filmfestival weltweit, das komplett ehrenamtlich organisiert wird, findet dieses Jahr bereits zum fünfzehnten Mal in Folge statt. Gestern ging es los! Bis zum Sonntag, dem 7. Juni kann man an verschiedenen Locations (z.B. Mousonturm, Naxoshalle, Mal Seh’n Kino) japanische Filmkultur und leckeres Sushi genießen, an einer Teezeremonie oder einem Origami-Workshop teilnehmen, in der Spielhöhle an einer Konsole zocken und so vieles mehr. Hier findest Du alle Infos zu dem abwechslungsreichen Programm. Mein Tipp: Unbedingt hingehen!Nippon Connection_Fahrrad

„Make it so!“ Enterprise in Frankfurt.

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Dieses Wochenende fand die Convention „Destination Star Trek“ in Frankfurt statt. Während der Bahnfahrt zur Messe, wo das Ereignis stattfand und natürlich vor Ort selbst, konnte man Fans in fabelhaften Enterprise-Uniformen und natürlich auch waschechte Klingonen, einen wahnsinnig echt aussehenden Ferengi und ein Dutzend Mr. und Mrs. Spocks aus aller Welt bewundern. Man muss schon ein Herz aus Stein haben, um nicht ins Schmunzeln zu geraten beim Anblick eines perfekt gestylten „Commander Riker“ oder „Captain Picard“, der im Einkaufszentrum neben einem steht und genüsslich in seinen Döner beißt.

Das Staraufgebot vor Ort war nicht unbeachtlich: William Shatner alias Captain Kirk, LeVar Burton alias Geordi La Forge, Gates McFadden alias Dr. Beverly Crusher und mein persönliches Highlight (auch als „Nicht-Trekkie“): Brent Spiner alias Data (!). Alle Protagonisten der verschiedenen Star Trek-Welten gaben Autogramme, standen zu Fotoshoots mit Fans bereit und hielten Vorträge bei denen sie genüsslich, sympathisch und humorvoll in Erinnerungen an die gute alte Zeit auf der Enterprise schwelgten.

Ansonsten gab es jede Menge Einkaufsstände mit Merchandise, die Raumschiffbrücke als Fotokulisse, ein kleines Star Trek-Museum und nicht zu vergessen intergalaktische Preise für alles, was mit den Stars der Crew zu tun hatte.

Dennoch: Es hat viel Spaß gemacht für einen Nachmittag in dieses Universum abzutauchen! In diesem Sinne: „Live long and prosper!“

MerchandiseVortrag_StarTrekSchiffFotos_Autogramme

Jetzt im Kino: „Nebraska“

Nebraska Filmplakat

Das Road Movie „Nebraska“ ist ein kleiner feiner Low Budget-Film, der kürzlich überraschend in sechs Kategorien für den Oscar nominiert wurde, u. a. als „Bester Film“. Es ist immer eine kleine Sensation, wenn einem „Außenseiter“ dieses Kunststück gelingt und ich freue mich sehr darüber. Denn auch wenn ich nicht davon ausgehe, dass er der große Abräumer des Abends werden wird, so hat dieser Oscar-Ritterschlag doch manchen Besucher, an dem der Film sonst völlig vorbei gegangen wäre, sicher neugierig gemacht und ins Kino gelockt. Meiner Meinung nach: ein Glücksfall! Denn die strikt in schwarz-weiß erzählte Geschichte des liebenswerten und schrulligen Rentners Woody Grant, der felsenfest davon überzeugt ist eine Million gewonnen zu haben, ist genau das Richtige für alle, die ein Herz für Underdogs haben und das etwas schräge Kino lieben.

DAYDREAMERS KINO und ich haben uns den Film zusammen im Kino angesehen. Und da ich die Rezension meines geschätzten Kinoexperten so treffend finde und ihr absolut nichts hinzuzufügen habe, spare ich mir jedes weitere Wort und verlinke sie sehr gerne. Ich wünsche viel Spaß beim Lesen!

Zur „NEBRASKA“-Rezension …

Filmposter „Nebraska“ (c) Copyright: Paramount Vantage

Jetzt im Kino: „Frances Ha“

Gestern Abend im „Harmonie“-Kino in Sachsenhausen lernten wir uns kennen.  Das Licht ging aus und dann kam sie: „Frances Ha“. Wir wurden ohne Wenn und Aber sofort Freundinnen. Aber am besten fange ich ganz von vorne an.

Die Großstadtkomödie „Frances Ha“ von Regisseur Noah Baumbach, erzählt von einem Wendepunkt im Leben von Frances. Sie ist Ende 20, soetwas wie eine Tänzerin in Ausbildung, notorisch pleite und lebt in New York mit ihrer besten Freundin und Mitbewohnerin Sophie in den Tag hinein. Diese Freundschaft ist die große Stütze von Francis und steht im Mittelpunkt der Geschichte. Zunächst sind beide unzertrennlich, die Leben verlaufen geradezu parallel, die Harmonie zwischen den beiden ist perfekt. Doch dann verändert sich nach und nach das Lebenskonzept von Sophie und somit auch die Freundschaft. Sie zieht aus und beginnt eine ernsthafte Beziehung mit dem  „Was geht? Ich muss mal schiffen.“-Typ.  Mit dem Job von Frances geht es auch nicht voran, aber Frances kämpft sich durch, nicht betont heldenhaft, nicht von einem Tag auf den anderen Berge versetzend, sondern einfach so gut sie kann. Mit ihrer herrlichen Unvollkommenheit, mit ihrem Witz, ihrer ganz besonderen Frances-Art, in die man sich im Laufe des Films einfach verlieben muss.

Am Ende des Films saß ich im Kinosessel und schmunzelte glücklich vor mich hin. Denn die „kleine“ Geschichte von Frances war das lebensnaheste und unkonventionellste was ich seit langem im Kino gesehen habe. Greta Gerwig legt eine sensationelle Performance als Frances ab. In schwarz-weiß erzählt, erinnerte der Film mich zunächst an die Großstadtkomödien „Der Stadtneurotiker“ und „Manhattan“ von Woody Allen. Die Verneigung vor diesen Filmen ist spürbar aber Regisseur Noah Baumbach und Greta Gerwig machen dennoch etwas ganz eigenes aus „Frances Ha“. Wer Lust hat auf eine Geschichte, in der es nicht wieder um die Suche nach der großen Liebe geht, sondern erfrischenderweise um eine große Freundschaft und den eigenen Platz im Leben und wer nicht vor einem etwas schrägen Humor zurückschreckt, dem wird der Film garantiert gefallen.

Ich werde das Bild von Frances, die zu den Klängen von „Modern Love“ von David Bowie durch die Straßen New Yorks rennt, hüpft, tanzt als einen wundervollen und unvergesslichen Filmmoment in Erinnerung behalten.  Und auch die letzte Szene, die meiner Meinung nach noch einmal so viel über die Hauptfigur verrät und auch auflöst was es mit dem merkwürdigen „Ha“ im Titel auf sich hat. Im Grunde kann ich zum Abschluss nur Sophie zitieren: „Ich liebe Dich Frances.“ 🙂

FRANCES HA_Filmposter

Filmposter „Frances Ha“ © Copyright MFA+ FilmDistribution e.K.