„Frankfurter Einladung“ oder Eine Kurzgeschichte kommt zur Welt

Im Herbst 2016 erschien eine Kurzgeschichte von mir in der Anthologie „Frankfurter Einladung“. Heute möchte ich ein wenig über das Buch, die Story und die Lesung erzählen.

Ein nicht unwesentlicher Teil meines Lebens spielt sich zwischen abgetippten Buchstaben ab. Beruflich aber auch privat spielen diese schwarzen lustigen Formen, die zusammengefügt zu Worten und Sätzen die Welt bedeuten und Geschichten erzählen können, seit jeher eine wichtige Rolle für mich. Auf der einen Seite die vielen Pressemitteilungen, Blogposts, Mailings, Texte aller Art, die ich im Laufe der Jahre beruflich geschrieben und übersetzt habe, auf der anderen Seite die Bücher, in die ich eingetaucht bin, die mich begleitet, verändert, bereichert, gestärkt und unterhalten haben. Wir kennen uns sehr gut – die Buchstaben und ich. Wir kennen uns in uns in allen Lebenslagen. Mal stehen sie klar und deutlich vor mir und ich jongliere mit ihnen bis sie einen Sinn ergeben, mal hat sie jemand anders schon so perfekt zu einer Erzählung arrangiert, dass ich sie nur noch ein wenig vor meinen müden Augen verschwommen tanzen lassen muss, damit sie sich in mein Kopf und Herz einbrennen.

Meine Flausen im Kopf sehen wie Buchstaben aus

Es ist somit wohl kaum verwunderlich, dass ich mir manchmal heimlich und manchmal nicht so heimlich gewünscht habe, Teil einer literarischen Veröffentlichung zu sein. Ich wollte, dass eine meiner Geschichten ganz „altmodisch“ in einem Buch gedruckt wird. Wenigstens einmal im Leben. Ich habe mir erträumt, dass jemand meine Geschichte liest und sie mag. Ich wollte das Buch verschenken und reinschreiben „für dich“. Ist das albern? Aber natürlich ist es das. Aber wer würde ernsthaft behaupten, dass eine Idee zwangsläufig schlecht ist, nur weil sie etwas albern ist.

Und so habe ich mich sehr gefreut, als ich erfahren habe, dass meine eingereichte Kurzgeschichte über das Gutleutviertel in die Anthologie „Frankfurter Einladung“ aufgenommen wurde und als das Buch dann 2016 zur Frankfurter Buchmesse erschienen ist.

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Anthologie „Frankfurter Einladung“

Über die Anthologie „Frankfurter Einladung“

Die Anthologie „Frankfurter Einladung. Erzählungen, Geheimnisse und Rezepte“, herausgegeben von Susanne Konrad, nähert sich den verschiedenen Stadtteil-Identitäten Frankfurts an – in Form von Gedichten, Essays und Kurzgeschichten. Und als kleinen Bonus obendrauf gibt es auch einige Rezepte aus Frankfurt, um die Stadt auch kulinarisch besser kennenlernen zu können.

Über meine Kurzgeschichte „Wo die guten Leute wohnen“

Viele der AutorInnen, die über die anderen Stadtteile geschrieben haben wohnen im Viertel, oder sind dort aufgewachsen. Das trifft auf mich und das Gutleutviertel nicht zu, also warum habe ich mich ausgerechnet für diesen Stadtteil entschieden? Im Grunde, weil mich die Widersprüchlichkeit des Gutleutviertels interessiert, das schick und schäbig zugleich ist, sein kontinuierlicher Wandel (typisch für Frankfurt), sein Hafen und seine multikulturelle Vielfalt (auch typisch für Frankfurt). Beim Schreiben habe ich aber, eben weil ich in genau diesem Stadtteil nie gelebt habe, bewusst die Perspektive einer „Fremden“ gewählt, die es das erste Mal erkundet und ihre Eindrücke gedanklich verarbeitet. In meiner Kurzgeschichte geht es also um eine junge Frau aus Polen, die in Frankfurt zu Besuch ist und sich im Gutleutviertel auf die Spur des Bruders ihres Großvaters begibt, der hier nach dem Krieg sein neues Zuhause gefunden hat.

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Ein Blick aufs Gutleutviertel

Der Größenwahn Verlag – eine bunte Frankfurter Institution

Die Anthologie wurde in dem kleinen und unabhängigen Frankfurter Größenwahn Verlag herausgebracht – Schwerpunktthemen des Verlags sind u. a. Migration und Integration. Das selbsternannte „Wolkenkuckucksheim der Verlage“ (großartig!) wurde 2009 von Sewastos Sampsounis gegründet.

Und wenn du dich fragst, Größenwahn… hat das nicht etwas mit dem legendären Café Größenwahn im Frankfurter Nordend zu tun? Ja, ganz recht. Dies ist nämlich die Geburtsstätte des Verlags. Sampsounis, u.a. Teilhaber des Cafés, beschrieb dieses Ereignis mal in einem Beitrag für das Deutschlandradio Kultur wie folgt: „Das Größenwahn hatte 30-Jahr-Feier. Wir haben überlegt, was können wir machen? Einen Gedichtwettbewerb. Und innerhalb von kurzer Zeit sind fast 100 Gedichte rausgekommen. Und damit die nicht verloren gehen, wollten wir ein Buch machen. Und weil wir eben größenwahnsinnig sind, haben wir uns entschlossen, einen eigenen Verlag zu gründen.“ Kann eine Verlagsgeschichte eigentlich besser beginnen?

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Cafe Größenwahn im Nordend

Lesung zur „Frankfurter Einladung“

Anlässlich der Veröffentlichung der Anthologie fanden von September 2016 bis Februar 2017 zahlreiche Lesungen statt, bei denen die Autoren des Buches in den Stadtteilbibliotheken Frankfurts ihre Geschichten persönlich präsentiert haben. Moderiert wurden die Veranstaltungen immer von der Herausgeberin Susanne Konrad, die ebenfalls Kurzgeschichten zu dem Band beigesteuert hat. Musikalisch untermalt wurden die Lesungen durch den Frauen-A-Capella-Chor „Klangspeisen“, serviert wurden köstliche „hessische Tapas“ aus dem Café Größenwahn.

Am Donnerstag, dem 19. Januar 2017 war es dann so weit. Als eine von fünf AutorInnen las ich meine Geschichte erstmals vor Publikum in der Bornheimer Stadtteilbibliothek vor. Einem meiner Lieblingsorte in Frankfurt, wie ich an dieser Stelle schon mal verraten habe. Und ja, es war voll und ja, ich war furchtbar aufgeregt. Kurz bevor ich auf die Bühne sollte, fühlte ich, wie mir das Blut in den Kopf schoss und das Herz für einen Moment aufhörte zu schlagen – doch auf Los ging es los und ich hatte schließlich sehr viel Spaß und alles lief gut. Ich werde mich immer gerne an diesen Abend erinnern. Insbesondere da es mich sehr glücklich gemacht hat, dass auch meine Familie und viele Freunde bei diesem besonderen Moment dabei waren und viele nette Menschen sich im Anschluss mit mir über meine Geschichte unterhalten wollten.

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Lesung in der Stadtteilbibliothek in Bornheim: ich (vor und während der Lesung) und der A-Capella-Chor „Klangspeisen“

Also, ein Erledigt-Häkchen mehr auf der Liste mit „wolkenkuckuckusheimartigen“ und aberwitzigen Träumen. Und das ist immer ein Grund zum feiern. Und jetzt, auf geht’s zur Verwirklichung weiterer alberner, großer, kleiner und noch so unwahrscheinlicher (aber vielleicht ja doch möglicher) Ideen.

Das Buch kann man übrigens bei allen Buchhandlungen und Buch-Onlinehändlern kaufen – oder auch direkt beim tollen Größenwahn Verlag.

Frankfurter Einladung. Erzählungen, Geheimnisse und Rezepte
Hg. von Susanne Konrad
Größenwahn Verlag, September 2016
250 Seiten
Taschenbuch
€ 16,90

PS: Weitere Kurzgeschichten von mir gibt es regelmäßig bei „StoryCorner“, einem kostenlosen WhatsApp-Dienst für Deutschlerner. Jede Woche erhalten die Abonnenten eine neue Mini-Story von immer wechselnden Autoren. Dabei wird von Mo-Fr jeweils ein kleiner Happen der Story via WhatsApp versendet. Probier es aus oder empfehle es gerne deinen Freunden, die gerade Deutsch lernen.

„My Life on the Road“ von Gloria Steinem

gloria-steinem_my-life-on-the-road_deutsch_rezensionAnfang des Jahres hat die Schauspielerin, UN-Botschafterin und Verfechterin für die Gleichberechtigung, Emma Watson, auf Goodreads einen feministischen Buchclub gegründet mit dem Namen „Our Shared Shelf“. Wie die Idee dazu entstand, beschreibt sie wie folgt:

„As part of my work with UN Women, I have started reading as many books and essays about equality as I can get my hands on. There is so much amazing stuff out there! […] I decided to start a Feminist book club, as I want to share what I’m learning and hear your thoughts too.”

Mehr über „Our Shared Shelf“

Der Plan ist jeden Monat gemeinsam ein ausgewähltes Buch zu lesen und darüber zu diskutieren. Besprochen wurden bereits Bücher wie „Persepolis“ von Marjane Satrapi oder „Die Farbe Lila“ von Alice Walker. Der Club erfreut sich großer Beliebtheit und hat allein auf Goodreads aktuell über 142.000 Mitglieder, die „stillen Mitleser“ natürlich nicht eingeschlossen. Das allererste Buch, das im Januar 2016 von Watson auf der Agenda des Buchclubs gesetzt wurde, war „My Life on the Road“ von der Amerikanerin Gloria Steinem, die zu den zentralen Wegbereiterinnen der Frauenbewegung in den 1960er Jahren zählt. Und dieses Buch, auf das ich dank des Buchclubs gestoßen bin und das im Juli in der deutschen Übersetzung von Eva Bonné bei btb erschienen ist, möchte ich heute vorstellen.

Wer ist Gloria Steinem?

Gloria Steinem ist eine politische Aktivistin, Journalistin und Frauenrechtlerin, die 1934 in Ohio, USA geboren wurde. Sie ist Gründerin und Herausgeberin des amerikanischen, feministischen Magazins „Ms.“, dass 1972 das Licht der Welt erblickte. In dem autobiographischen Buch „My Life on the Road“ blickt sie auf ihr aufregendes Arbeitsleben als reisende Aktivistin zurück. Das Buch ist laut ihrer eigenen Aussage: „die Geschichte einer modernen Nomadin“.

Anliegen des Buches „My Life on the Road“

Gloria Steinem macht zu Beginn ihres Buches ganz klar, welche Anliegen damit verknüpft sind:

  1. Sie möchte über ihre Reisen als Aktivistin durch Amerika und somit auch über Amerika erzählen.
  2. Sie möchte den Leser dazu ermutigen, selbst auf Reisen zu gehen. Dabei geht aber vor allem darum sich die Geisteshaltung des Reisenden anzueignen, der offen bleibt für alles, was geschieht, sobald er die Haustür verlässt.
  3. Sie möchte Geschichten erzählen.
  4. Sie möchte für Frauen eine Wegbereiterin in puncto Reisen sein, denn: „Für eine Frau ist vielleicht nichts so revolutionär, wie selbstbestimmt auf Reisen zu gehen – und bei ihrer Rückkehr mit offenen Armen empfangen zu werden.“

Abenteuer einer reisenden Frau

In „My Life on the Road“ erzählt Gloria Steinem nicht strikt chronologisch aus ihrem Leben als Reisende, sondern setzt, unterteilt in sieben Kapitel, Themenschwerpunkte, die wiederum oft eine bunte und abwechslungsreiche Collage aus Geschichten darstellen. Der große gemeinsame Nenner ist dabei immer das Reisen. Ein paar Beispiele:

In dem ersten Kapitel mit dem Titel „In den Fußstapfen meines Vaters“ ergründet sie die Ursprünge ihrer Leidenschaft fürs Reisen als Lebenskonzept, indem sie verrät, dass der Grundstein für ihr späteres Nomadenleben und ihren Freiheitsdrang bereits in der unsteten Kindheit gelegt wurde, durch den Beruf und die Mentalität des Vaters, der als Trödelhändler stets „on the road“ war, nicht selten mit der kompletten Familie im Schlepptau.

In „Wenn das Politische privat wird“ erzählt sie von ihren Aktivitäten als Wahlkämpferin in den letzten Jahrzehnten in den USA, unter anderem im US-Vorwahlkampf 2008 als Hillary Clinton und Barack Obama gegeneinander antraten und sie sich für Clinton engagierte.

In „Gesprächskreise“ wird der Fokus gelegt auf faszinierende Begegnungen mit Fremden, im Rahmen von Vorträgen und Gesprächsrunden, ,,die einander mit allen fünf Sinnen begegnen und einen echten Bewusstseinswandel zulassen.“

Mein absolutes Lieblingskapitel war außerdem „Warum ich nicht Auto fahre“, in dem Steinem erzählt, warum das einsame Reisen im Auto für sie keine Option ist: „Manchmal zitiere ich Umfragen, aus denen New Yorker als die glücklichsten Menschen Amerikas hervorgingen. Und warum? Weil man sich in der ‚Hauptstadt der Nichtfahrer‘ auf der Straße begegnete, statt isoliert voneinander in rollenden Blechdosen zu sitzen.“ Sie versammelt in diesem besonderen Kapitel eine große Vielfalt höchst interessanter Anekdoten über Begegnungen, die sie beispielsweise beim Taxifahren oder im Flugzeug erlebt hat. Darunter sehr bewegende und unvergessliche Geschichten.

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Authentisch, einnehmend und mit Herzblut geschrieben

Gloria Steinems Erinnerungsbuch hat mich in seinen Bann gezogen. Sie verfällt beim Scheiben nie ins Selbstdarstellerische oder Belehrende sondern nimmt den Leser mit auf die Reisen ihres Lebens und teilt mit ihm, was sie dabei erlebt und gelernt hat. Der Stil ist dabei stets sehr klar und äußerst einnehmend (Kompliment auch an die Übersetzerin). Steinem erzählt mit Herzblut und Aufrichtigkeit aus ihrem Leben, ohne Scheu neben Erfolgen auch Unsicherheiten und Fehler zu benennen. Ihre Empathie für die Menschen und ihr Enthusiasmus beim Kampf, um eine gerechtere Welt, ist im höchsten Maße imponierend und inspirierend. Ebenso wie die Passion fürs Reisen und der Mut dazu, sich immer wieder alleine auf den Weg zu begeben und sich auf immer neue Abenteuer einzulassen.

Hin und wieder gab es Momente beim Lesen, bei denen ich den Eindruck hatte, dass die collagenartige Form, das Buch an einigen Stellen etwas unstrukturiert erscheinen lässt – aufgrund der schnellen „Sprünge“ zwischen den Geschichten und Begegnungen. Dennoch habe ich nie den roten Faden verloren. Am Ende wurde mir jedoch klar, dass diese Brise Chaos die Authentizität des Buches nur bestärkt. Denn so ist das Reisen eben: kein gerader Weg, sondern manchmal sehr bunte Sammlung aus kleinen und großen Erlebnissen, Gefühlen und Lektionen. „My Life on the Road“ ist ein kluges und mitreißendes Buch über die Suche nach seiner eigenen Bestimmung, den Kampf für den Feminismus und das Reisen als Lebenshaltung.

„My Life on the Road“
Gloria Steinem
Übersetzt aus dem Amerikanischen von Eva Bonné
btb, Juli 2016
384 Seiten
Paperback, Klappenbroschur
€ 16,99

Das Buch wurde mir freundlicherweise kostenlos vom btb Verlag zur Verfügung gestellt. Der Beitrag spiegelt ausschließlich meine persönliche Meinung wieder.

LitBlog Convention 2016 in Köln – mein Rückblick

Für interessante Begegnungen der literarischen Art ist mir kein Weg zu weit und der nach Köln schon gar nicht. Also bestieg ich Anfang Juni zusammen mit Isabella von novellieren den Zug von Frankfurt nach Köln, um an der ersten LitBlog Convention teilzunehmen – einer Bloggerkonferenz, die gemeinsam von den fünf Kölner Verlagen DuMont Buchverlag, DuMont Kalenderverlag, Kiepenheuer & Witsch, Bastei Lübbe und Egmont LYX/INK organisiert wurde. Im imposanten Gebäude von Bastei Lübbe trafen ca. 150 Bloggerinnen und Blogger sowie die Mitarbeiter der Verlage aufeinander, wobei letztere zuvor in monatelanger Planung ein abwechslungsreiches, literarisches Programm  zusammengestellt haben.

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Willkommen auf der LitBlog Convention in Köln

Was steht auf dem Programm?

Nach einer Begrüßung hatte jede(r) TeilnehmerIn die Möglichkeit an bis zu vier ca. 45-minütigen Workshops mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten teilzunehmen, bei der AutorInnen, ÜbersetzerInnen, IllustratorInnen, VerlegerInnen, VerlagsmitarbeiterInnen und andere Köpfe der Literaturszene als Speaker auftraten. Es fanden immer vier Veranstaltungen parallel statt. Ich hatte mir schon vorab meine favorisierten Sessions rausgesucht und glücklicherweise in jedem Workshop noch einen freien Platz für mich gefunden.

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Autoren im Gespräch: Jan Brandt, Isabel Bogdan, Frank Schätzing

Workshops mit Jan Brandt, Frank Schätzing und Isabel Bogdan

Unter dem Motto „Die vielleicht wahnsinnigste Metropole der Welt – Literarischer Städtebau“ sprach Autor Jan Brandt mit Lektor Jan Valk über sein im September 2016 erscheinendes Buch „Stadt ohne Engel. Wahre Geschichten aus Los Angeles“ (DuMont), aus dem er hier auch erstmals öffentlich vorlas.

Bestseller-Autor Frank Schätzing und sein Verleger Helge Malchow von Kiepenheuer & Witsch fragten sich hingegen bei einer weiteren Session „Gibt es ein Rezept für Bestseller?“, bei der der Autor verriet, dass die Idee für „Der Schwarm“ ihm im Traum gekommen sei, in dem er über den Ozean schwebte und einen Schwarm von Fischen sah.

Die wunderbare Autorin, Übersetzerin und Bloggerin Isabel Bogdan sprach mit Lektorin Helga Frese-Resch von Kiepenheuer&Witsch im Workshop mit dem Titel „Mit anderen Worten“ über die Arbeit als Übersetzerin und die Frage: Woran erkennt man eine gute Übersetzung? („Eine gute Übersetzung ist ein guter deutscher Text.“) Ein sehr inspirierendes Gespräch, bei dem Bogdan feststellte, dass in Rezensionen oft vergessen wird die Leistung der Übersetzungen zu würdigen. Seltsam, schließlich „hört“ man bei literarischen Übersetzungen nicht den Originalton des Erzählers sondern den des Übersetzers. Wenn man also die Sprache des übersetzten Textes lobt, sollte man den Übersetzer nicht ignorieren. Besonders schön fand ich Bogdans Gedanken, dass ein Übersetzer so manches mit einem Schauspieler gemeinsam hat: Er legt seine Seele in den Text  und kann das Beste aus einem schlechten Text rausholen oder eben andersherum, wenn es schief geht.

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Anette Weber & Ursula Gräfe

Wonach riecht Murakami? Gespräch mit Übersetzerin Ursula Gräfe

Und dann gab es noch den Workshop mit dem merkwürdigen Titel „Wonach riecht Murakami?“ – einer Anspielung auf den Vorwurf einiger (japanischer) Literaturkritiker an den Autor Haruki Murakami, seine Texte „riechen nach Butter“, also nach dem Westen oder seien gar „geruchlos“. Die fabelhafte Übersetzerin von Murakami (vom Japanischen ins Deutsche) Ursula Gräfe und die Lektorin bei DuMont Annette Weber fragten sich im Workshop: Wieviel hat dieser Vorwurf möglicherweise auch mit den Übersetzungen der Romane zu tun?

Der Workshop begann mit einem Videoeinspieler aus dem Jahr 2000. Einem Ausschnitt aus dem legendären „Literarischen Quartett“, bei dem ein unerbittlicher Streit über Murakamis Roman „Gefährliche Geliebte“ ausbrach, der schließlich sogar zur Auflösung des Quartetts führte. Während Marcel-Reich Ranicki und Hellmuth Karasek sich absolut begeistert zeigten von dem Werk („Das Buch ist von ungewöhnlicher Zartheit!“, Zitat Ranicki.) bezeichnete Siegrid Löffler den Roman als „literarischen Fastfood“ und bemängelte seinen sprachlichen Stil. Im Rahmen der Sendung wurde ebenfalls thematisiert, dass der Roman nicht besonders „japanisch“ wirke und der nicht ganz stimmige Ton möglichweise etwas damit zu tun habe, dass der Text aus dem Amerikanischen und nicht dem Japanischen übersetzt wurde – somit die Übersetzung einer Übersetzung sei. Vielleicht hatte Frau Löffler daher in puncto Sprache und Stil doch den richtigen Riecher gehabt, stellte Ursula Gräfe nach dem Clip fest.

Der Ruf nach einer Neuübersetzung wurde lauter. 2013 übertrug Ursula Gräfe daher den Text aus dem Japanischen ins Deutsche, unter dem Titel „Südlich der Grenze, westlich der Sonne“ und gab ihm einen neuen Sound, der von dem ersten Übersetzung abwich. Zuvor hatte man nahezu alle Texte von Murakami („Mister Aufziehvogel“ gehört nicht dazu) von Ursula Gräfe aus dem Japanischen übersetzen lassen – mit großem Erfolg. Denn Gräfe hat meiner Ansicht nach, einen unvergleichlichen Erzählstil geschaffen, der eine magisch-ruhige Atmosphäre beim Lesen heraufbeschwört, einen großen Wiedererkennungswert hat und der mitverantwortlich ist, für den großen Sog den Murakamis Bücher auf mich ausüben.

Wir verglichen im Workshop  Passagen aus der neuen und alten Übersetzung und waren erstaunt über die großen Unterschiede, die sich nicht unwesentlich daraus ergaben, dass der „alte“ Text an vielen Stellen „einamerikanisiert“ wurde – ein nicht unübliches Vorgehen, um einen Text für den amerikanischen Markt leichter „verdaulich“ zu gestalten, z. B. durch Weglassungen und Anpassungen. Diese fanden somit auch in der ersten, deutschen Übersetzung Einzug in den Text. Ursula Gräfe erläuterte hingegen wie viel Wert sie darauf lege, den subjektiven Stil des Autors auch bei der Übersetzung zu erhalten.

Sputnik auf Twitter    Man muss die Stimme eines Autors beim Übersetzen bewahren.   lbc16 Spannendes Gespräch mit U. Gräfe   A. Weber  Murakami

Das sei bei einer Übertragung aus dem Japanischen, aber wahrlich keine sehr leichte Aufgabe. Da die Sprachen Deutsch und Japanisch sehr unterschiedlich „funktionieren“, versucht sie vor allem auch die Atmosphäre eines Buches bei der Übersetzung einzufangen. Aktuell arbeitet Ursula Gräfe, so plauderte Sie aus dem Nähkästchen, an der Übersetzung eines neuen Murakami-Romans, der voraussichtlich 2018 erscheinen wird. (Ich kann es nicht erwarten!)

Im Großen und Ganzen kann ich sagen, dass ich begeistert war von dieser ersten LitBlog Convention. Ich empfinde es als sehr positive Entwicklung, dass Literaturblogger, Verlage und Literaturschaffende im Rahmen einer solchen Veranstaltung nicht nur virtuell sondern auch ganz buchstäblich näher rücken, sich gegenseitig inspirieren, sich vernetzen und Aufmerksamkeit schaffen für das Wahre, Schöne, Gute: für die Literatur, in all Ihren Facetten.

Wenn Ihr noch einen Eindruck in bewegten Bildern von der LitBlog Con haben möchtet, das Veranstaltungsteam hat einen eigenen filmischen Rückblick kreiert. Film ab!

„Um es kurz zu machen“ von Meike Winnemuth

Vor einigen Monaten war ich auf einer Lesung im Hafen 2 in Offenbach. Die Autorin und Journalistin Meike Winnemuth las dort aus ihrem neuen Buch „Um es kurz zu machen“ vor – einer Sammlung ihrer Kolumnen der letzten Jahre.

Ich kannte das Buch noch nicht, wollte mir die Lesung aber auf keinen Fall entgehen lassen, denn ich war hin und weg gewesen von Winnemuths letztem Buch mit dem Titel „Das große Los“. Dabei handelt es sich um eine Art autobiographisches Reisetagebuch. Meike Winnemuth hatte bei „Wer wird Millionär“ 500.000 Euro abgeräumt. Mit diesem Geld verwirklichte sie sich einen Traum. Sie lebte ein Jahr lang, je einen Monat in einer anderen Stadt der Welt und schrieb darüber. Ich folgte Meike Winnemuth Buchstabe für Buchstabe nach Sidney, Hawaii oder San Francisco und war begeistert von diesem klugen, lustigen, originell erzählten und inspirierenden Buch. Danach hätte ich am liebsten selbst sofort eine Weltreise gebucht. Das ging zwar nicht, aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben und eins war klar: Diese Autorin hatte mein Leserherz im Sturm erobert.

Meike Winnemuth_Um es kurz zu machen

Die Lesung im Hafen 2 war ein voller Erfolg. Meike Winnemuth war auf der Bühne genau so sympathisch und humorvoll wie in ihrem Buch und das Publikum: begeistert. Sie las einige ihrer Kolumnen vor, beantwortete dann charmant alle Fragen aus dem Publikum und signierte im Anschluss ihre Bücher. Ich ging bestens gelaunt nach Hause und beschloss nun auch ganz bald „Um es kurz zu machen“ zu lesen.

Die rund 70 im Buch enthaltenen Kolumnen sind zuvor in Zeitschriften oder Magazinen erschienen, wie der Süddeutschen oder dem Stern. Im Buch wurde der Versuch unternommen sie in acht thematische Kategorien einzuteilen, wie z. B. „Lieben“, „Hassen“, „Ausprobieren“, „Einsehen“. Es sind kurzweilige und, wie es Kolumnen so an sich haben, persönliche Texte über das Leben, über Alltägliches und Besonderes.

Kleine Kostprobe gefällig? Eine meiner Lieblingskolumnen heißt „Ist mir egal, ich lass das jetzt so“. Meike Winnemuth beschreibt hier wie befreiend es ist, sich im Prozess des Äterwerdens von dem Selbstoptimierungswahn der jungen Jahre zu lösen, den Bemühungen, endlich ein verantwortungsbewusstes Erwachsenenleben zu führen, ein rückenmuskeltrainiertes, steueroptimiert angelegtes, life-work-balanciertes, vor Mitternacht ins Bett gegangenes Spitzenleben […] Das kriege ich nicht mehr hin, so ein Prachtexemplar der Menschheit zu werden. War ‘ne bescheuerte Idee von Anfang an.[…] Stattdessen: Schnapsideen! Befreiungsschläge! Unverantwortliche Kurswechsel!“ Sehr amüsant und wohltuend. Oder die Kolumne mit dem Titel „Osnabrück“, in der Winnemuth eine Anekdote aus ihrem Leben erzählt, von einem Treffen mit einer völlig fremden Leserin und dabei nebenbei ein leidenschaftliches Plädoyer rausschlüpft für mehr Wagnisse, mehr Vertrauen in (fremde) Menschen und gegen die ständige Frage „Was springt für mich dabei raus?“, bei allem was man so treibt.

Die kurzen Kolumnen versüßen dem Leser, mit ihrer optimistischen Leichtigkeit und ihrem Scharfsinn und Witz, definitiv den Tag. Der authentische Stil der Autorin, die Themen gerne kurz, knapp aber treffend auf den Punkt bringt, finde ich ausgezeichnet. Mich hat diese Kolumnensammlung zum Schmunzeln, zum Lachen, zum Nachdenken gebracht. Meike Winnemuths neugieriger Blick auf die Welt und ihre Lebensfreude sind zudem einfach ansteckend. Eine empfehlenswerte Lektüre.

Um es kurz zu machen. Von dem unverschämten Glück auf der Welt zu sein
Meike Winnemuth
Knaus, August 2015
206 Seiten
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag € 16,99

Das Buch wurde mir freundlicherweise kostenlos vom Knaus Verlag zur Verfügung gestellt. Der Beitrag spiegelt ausschließlich meine persönliche Meinung wieder.

Goodbye, British Bookshop!

Seit 1956 existiert der British Bookshop in Frankfurt. Jetzt, im Jahr seines 60-jährigen Jubiläums, schießt der Laden in der Börsenstraße 17. Frankfurts Institution für englischsprachige Literatur hat nur noch bis zum Freitag, dem 12. Februar geöffnet und verkauft seine übriggebliebenen Papierschätze nun für 2 bis 5 Euro. Als Grund werden auf der Homepage umfassende Renovierungsarbeiten an dem Gebäude, in dem sich der Bookshop befindet, genannt. Ein kleiner Hoffnungsschimmer bleibt jedoch, denn dort heißt es auch, sollte man eine andere Location finden, könnte es mit dem British Bookshop eventuell weitergehen. Ich drücke die Daumen. Ohne diesen gemütlichen Laden, der sich das Motto „Your Independent Choice“ auf die Fahne geschrieben hat, wird Frankfurt ein Stück Kulturleben fehlen.

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Ich kann es mir auch nicht verkneifen an dieser Stelle eine Lanze zu brechen für all die kleinen, wundervollen, inhabergeführten Buchhandlungen, die eine eigene Persönlichkeit, eine eigene Geschichte haben. Zu den schönsten Dingen im Leben gehört es für mich in genau diesen Buchhandlungen in Frankfurt und dem Rest der Welt die Zeit zu vergessen, in Literatur abzutauchen, nur um den Laden irgendwann breit lächelnd mit neuen „Entdeckungen“ zu verlassen. Damit das auch so bleiben kann, finde ich es so wichtig den (lokalen) Indie-Buchhandel zu unterstützen und Bücher nicht – oder so wenig wie möglich – online zu bestellen, was tatsächlich für mich persönlich überhaupt kein Opfer darstellt. Ganz im Gegenteil. Wenn ich in meiner Stammbuchhandlung Schutt ein Buch bestelle (per E-Mail, Telefon, App, persönlich) ist es in der Regel am nächsten Tag ab 10 Uhr da. Ich kann es dann in den nächsten Tagen abholen, wann immer es mir passt und muss nicht bei der Post oder einer Packstation dafür anstehen – nein, stattdessen statte ich dem gemütlichen Büchermeer einen kleinen Besuch ab und führe einen netten Plausch mit den Buchhändlerinnen.

Schild_British Bookshop
Viele Menschen meinen ihre hübsche Buchhandlung um die Ecke kann sich „auch so“ halten. Was macht es da schon, dass man aus Bequemlichkeit online beim üblichen Verdächtigen bestellt? Aber da leider sehr viele so denken, sterben die kleinen Buchhandlungen weiter aus und das empfinde ich wirklich als großen Verlust. Denn ein Stadtbild ohne sie wäre – sicher nicht nur für mich – ein unglaublich trauriges Szenario. Deshalb, liebe Bücherfreunde – es ist so leicht: Support your indie bookstore. ❤ Einfach so oft es eben geht.

Zieh Dir mal ein Buch! Der Buchomat im Offenbacher Klingspor Museum

Im Offenbacher Klingspor Museum steht ein ulkiger, scheinbar aus der Zeit gefallener, kleiner Automat, der das Herz eines jeden Buchfreundes höher schlagen lässt – der Buchomat. Mit einem Fünfmarkstück* kann man sich hier eins der drei zur Wahl stehenden Bücher „ziehen“.

Zu seiner Entstehung kam es so: In den 1990er Jahren hatte der Künstler Jürgen Wölbing den Wunsch, Künstlerbücher für „Einsteiger“ herauszugeben. In einem kleinen Querformat entstanden von Künstlern konzipierte Bücher, im Grunde kleine Kunstwerke in Buchform, mit originalgrafischer Ausstattung zu einem kleinen Preis.  Um die besonderen Bücher ebenfalls auf eine besondere Art und Weise anzubieten, wurde ein Automat gebaut, der Buchomat. Im September 2015 hat er im Klingspor Museum ein neues zu Hause gefunden.Buchomat_Offenbach

Das 1953 eröffnete Klingspor Museum in Offenbach ist ein Sammlungs- und Ausstellungsort der internationalen Buch- und Schriftkunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Das Museum sammelt Exponate aus den Bereichen Kalligrafie, Schriftprobe, Illustration, Bilderbuch, Bucheinband, Künstlerbuch, Grafikdesign und Plakat von 1900 bis zur Gegenwart und bietet wechselnde Ausstellungen an. Den Grundstock des Museums bildete die Privatsammlung von Karl Klingspor (1868-1950), der in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Offenbach mit seinem Bruder eine Schriftgießerei betrieb.

Aktuell kann man im Museum die 60. internationale Kinderbuchausstellung „Kinderwelten“ bewundern. Ein interessanter kultureller Ort in Offenbach, der definitiv einen Besuch Wert ist und das nicht nur wegen des Buchomaten. Aber auch.

*Ein Fünfmarkstück für den Automaten ist an der Museumskasse gegen 10 Euro erhältlich.

Deutsch lernen mit den Märchen der Brüder Grimm. Crowdfunding-Projekt aus Offenbach

Seit meiner Kindheit begeistere ich mich für gute Geschichten. Diese Leidenschaft half mir auch beim Lernen der deutschen Sprache, als ich vor Jahren als Kind von Polen nach Deutschland zog. Neben der Schule und meinen neuen Freunden waren Geschichten – in Form von Büchern, Filmen und Zeichentrickserien – ausschlaggebend für meine schnellen Sprachlernerfolge. Davon bin ich überzeugt. Denn das Lernen der unbekannten Sprache machte mir immer dann besonders viel Spaß, wenn es sich gar nicht wie Lernen anfühlte: wenn ich mit Freunden Zeit verbrachte, Bücher las oder einen Film schaute, die mich in seinen Bann zog. Von Geschichte zu Geschichte, von Seite zu Seite wuchs mein Wortschatz, verbesserte sich meine Aussprache und mein Verständnis der deutschen Sprache – bis sie mir irgendwann gar nicht mehr fremd vorkam und meine zweite Muttersprache wurde. Die Liebe zur Sprache und zu Geschichten ging so weit, dass ich schließlich Germanistik studierte. Ich bin also ein Fan von dem was man „kontextbasiertes Lernen“ nennt und möchte heute das Crowdfunding-Projekt „Märchen für Deutschlerner“ aus Offenbach vorstellen, an dem ich überzeugt mitarbeite und das sich genau mit diesem Thema beschäftigt.

Rotkäppchen für DeutschlernerCrowdfunding-Projekt „Märchen für Deutschlerner“
Die Initiatoren des Projekts „Märchen für Deutschlerner“ möchten Märchen der Brüder Grimm als Animationen produzieren, die sich speziell an Deutschlernende richten. Die Idee: Der Lernprozess soll mithilfe von Märchen unterstützt werden. Die Animationen können zum Beispiel von Deutschlernenden selbst aber natürlich auch von Lehrern für Deutsch als Fremdsprache samt dafür entwickelter Lernmaterialien im Unterricht genutzt werden. Um das Projekt verwirklichen zu können, werden über die Crowdfunding-Plattform Indiegogo Unterstützer gesucht. Das Ziel: Bis zum 17.01.2016 sollen € 10.000,- für das Projekt „Märchen für Deutschlerner“ gesammelt werden.
Initiiert wurde das Projekt von dem kürzlich gegründeten Startup L-Pub und der kleinen Medienagentur steelecht aus Offenbach. Hier geht’s zur Kampagnen-Seite.

Warum die Märchen der Brüder Grimm?
Die Wahl fiel nicht ohne Grund auf die Märchen der Brüder Grimm. Schließlich sind sie in aller Welt bekannt. Sie gelten als Brückenbauer zwischen Ländern und Kulturen und können somit den Zugang zur deutschen Sprache erleichtern.

Kurzfilm „Rotkäppchen für Deutschlerner“
Gemeinsam mit dem preisgekrönten Animationsdesigner Tim Fernée (BAFTA 2002) wurde bereits eine komplett animierte Version des Grimm-Märchens „Rotkäppchen“ als Pilotprojekt produziert und zusammen mit einer Lehrerin für Deutsch als Fremdsprache eigens für Deutschlerner sprachlich vereinfacht.
Die Umsetzung von „Rotkäppchen für Deutschlerner“ war ein Herzensprojekt, an dem alle Beteiligten nahezu ausschließlich in ihrer Freizeit gearbeitet haben – ohne Bezahlung dafür jedoch mit viel Enthusiasmus. Tim Fernée hat rund 8.000 handgefertigte Zeichnungen dafür erstellt, der Schauspieler Jupp Saile hat das Märchen im Studio mit seiner Stimme zum Leben erweckt, Musik wurde komponiert, der Produktionsprozess organisiert und umgesetzt sowie Lernmaterialien zum Film für den Sprachunterricht entwickelt. Den Trailer dazu kann man sich hier anschauen:

Warum werden Unterstützer gesucht?
Vielleicht kennst Du das auch. Manchmal ist Herzblut allein nicht genug. Um eine weitere Märchenproduktion für Deutschlerner verwirklichen zu können, braucht es diesmal finanzielle Unterstützung. Jeder kleine oder große Beitrag hilft bei der Umsetzung des Projektes. Die Unterstützer erhalten jeweils ein kleines Dankeschön – zum Beispiel eine handgezeichnete „Rotkäppchen“-Illustration von Tim Fernée. Da es eine Alles-oder-Nichts Kampagne ist, erhalten alle Spender im Fall, dass der angestrebte Betrag von € 10.000,-nicht zusammenkommt, ihr bereits gespendetes Geld wieder zurück.

Crowdfunding-Abschlussfeier und Kurzfilm-Europapremiere in Offenbach
Am letzten Tag der Kampagne wird der Erfolg (oder Misserfolg) gemeinsam zelebriert und alle Interessierten sind herzlich dazu eingeladen. Man kann mitfiebern und die Crowdfunding-Kampagne in den letzten Stunden live vor Ort unterstützen. Ein Highlight des Events ist die kostenlose Aufführung und zugleich Europapremiere der Animation „Rotkäppchen für Deutschlerner“ in Anwesenheit des Animationsdesigners Tim Fernée, der die zauberhaften Bilder geschaffen hat. Passend dazu wird Kuchen und Rotwein angeboten. Hier die Informationen zur Veranstaltung auf einen Blick:
Wann? Sonntag, 17. Januar 2016, ab 17:00 Uhr
Wo? „afip!“ – Akademie für interdisziplinäre Prozesse, Ludwigstraße 112a, 63067 Offenbach am Main
Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung per E-Mail an lk@steelecht.com wird gebeten.

Gute Feen gesucht!
Falls Du einen kleinen Betrag für das Sprachlernprojekt spenden möchtest – bitte hier entlang. Es kann noch bis zum 17.01.2016 gespendet werden. Danke! Thank you! Dziekuję! Merci! ❤

Bild Rotkäppchen: © L-Pub