Ode an Frankfurt. Graffiti an der Kleinmarkthalle

Graffiti-Kleinmarkthalle-Frankfurt am MainDas zweitlängste* Graffitis Frankfurts wurde im April 2016 enthüllt. Es befindet sich an der Kleinmarkthalle in der Innenstadt und zeigt vieles was Frankfurt ausmacht „im Schnelldurchlauf“: vom Ebbelwoiexpress bis zur Grünen Soße.

Der Schriftzug „Frankfurt“ steht in der Mitte, eingerahmt von Heinz Schenk und Goethe. Jeder Buchstabe steht symbolisch und gestalterisch für etwas typisch frankfurterisches: den Frankfurter Zoo, den Bembel, den Römer, den Palmengarten, den Frankfurter Kranz, das Senkenbergmuseum, den Flughafen, die Frankfurter Rundschau und die Europäische Zentralbank. Dem eigentlich häßlichen Parkplatz und Hinterhof wurde so eine Seele geschenkt – bunt, vielfältig  und voller Liebe für die Stadt am Main.

Kreiert wurde das Kunstwerk von der Offenbacher Agentur artmos4, die sich das Motto „Wir sprühen vor Ideen“ auf die Fahne geschrieben hat.

Graffii-Kleinmarkthalle-Frankfurt am Main-Grüne Soße_Fotor

Frankfurter-Adler-Kleinmarkthalle

*Das längste Graffiti Frankfurts befindet sich übrigens am Busbahnhof am Frankfurter Flughafen und wurde von Bomber gestaltet. Bilder dazu kann man im Blog „Stadkind FFM“ bewundern. Danke für den Hinweis Stadtkind.

Advertisements

Auf den Spuren von Nessie – ein Reisebericht

So schön Frankfurt auch ist, ich liebe es zu verreisen. Vor kurzem zog es mich nach Schottland und ich begab mich auf die Spuren des Ungeheuers von Loch Ness. Über meine Reiseerfahrungen berichtete ich in einem Gastbeitrag im Blog von Loch Ness bei Jacobite (in Englisch und Deutsch) –  den ich auch gerne auf meinem Blog teile:

Edinburgh_view  Calton Hill

Alle haben gesagt, es würde regnen in Schottland. Als ich das Flugzeug von Frankfurt am Main nach Edinburgh bestieg, war ich bestens ausgerüstet mit Regenjacke und Schirm – für alle Fälle. Dennoch war mir von vornherein klar, dass mir ein paar Regentropfen, die lang ersehnte Reise nach Schottland nicht verderben würden. Ich bin ja nicht aus Zucker! Und doch sollten alle Unrecht behalten. Denn Edinburgh begrüßte mich mit strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen, die sich auch den Rest des Aufenthaltes halten sollten.

Ich verliebte mich sofort in Edinburgh, die Atmosphäre, Architektur und die kleinen, geschichtsträchtigen Gassen, die „Closes“ genannt werden. Ich erkundete das Edinburgh Castle und warf einen Blick auf die Kronjuwelen Schottlands, bestieg tapfer Arthurs Seat und wurde mit einer atemberaubenden Aussicht belohnt, begab mich unter die Stadt im Mary King‘s Close und trank schottisches Bier im Pub „Dr. Jekyll & Mr. Hyde“. Das Pub in der New Town huldigt mit seiner, an ein altes Labor erinnernden Einrichtung und den hinter einem Bücherschrank versteckten Toiletten, dem literarischen Helden Dr. Jekyll aus Robert Louis Stevenson Klassiker.

Writers Museum Edinburgh

Natürlich konnte ich mir als großer Bücherfan einem Besuch im Writers Museum nicht entgehen lassen, in dem sich interessante Exponate aus dem Leben der zwei großen Edinburgher Dichter Stevenson und Walter Scott befinden. In dem Museum stieß ich auch auf ein Zitat Stevensons, dass nicht nur seine, sondern auch meine Reiseleidenschaft gut beschreibt: „For my part, I travel not to go anywhere, but to go. I travel for travel’s sake. The great affair is to move.” Und ich wollte mich bewegen  – noch weiter in das Landesinnere, auf die Spuren des sagenhaften Ungeheuers von Loch Ness.

Ein Highlight meines Aufenthalts in Schottland stellte  die Busreise mit den Timberbush Tours dar, die mich nach Loch Ness bringen sollte, wo ich mit  Loch Ness by Jacobite eine  Rundfahrt auf dem See erleben sollte.

Eine Strecke von insgesamt 600 km lag vor mir, als ich morgens, an einem schönen Tag im Mai, den Bus bestieg und sogleich von unserem Guide Paul begrüßt wurde, der mit seinem sonnigen Gemüt nicht nur für gute Laune während der Reise sorgte, sondern allen Reisenden auch sehr unterhaltsam jede Menge wissenswerter Informationen und spannender Geschichten vermittelte – z. B. über Legenden der schottischen Geschichte, wie William Wallace, Rob Roy oder auch Maria Stuart, die Königin von Schottland. Von ihm lernte ich auch, dass „Loch“ das gälische Wort für See ist, dass ein „Glen“ ein Tal ist, „Ben“ ein Berg und „Dun“ eine Burg. Gut zu wissen, wenn man in Schottland ist.

Paul Timberbush Tours

Unsere Reise führte uns vorbei an Stirling und dem Doune Castle, in dem in der Vergangenheit auch Dreharbeiten zu der Serie Game of Thrones stattgefunden haben. In Kilmahog machten wir einen kleinen Zwischenstopp und hatten unsere erste Begegnung mit Schottischen Hochlandrindern.

highland cow_

Wir fuhren durch eine Landschaft, die geprägt ist durch dichte Wälder, aufragende Gipfel und zahlreiche Seen, vorbei am Rannoch Moor bis zum Glancoe. In dem berühmten Tal der schottischen Highlands, machten wir Halt, um Fotos zu machen von dem berühmten Gebirgszug, den sogenannten „Drei Schwestern“ und die beeindruckenden Aussichten in uns aufzusaugen.

Glencoe

Unser Mittagessen nahmen wir ein in der Stadt Fort William (es gab Haggis!), die am Ufer des Loch Linnhe liegt, bevor wir weiterreisten zum höchsten Berg Großbritanniens Ben Nevis, ein Name der übersetzt etwa „Berg mit dem Kopf in den Wolken“ lauten könnte, wie der fachkundige Paul verriet. Vorbei an der Stadt Fort Augustus, die am südlichen Ende von Loch Ness liegt, eröffneten sich uns nun erste Einblicke auf den sagenumwobenen See Loch Ness.

Loch Ness

Der langgezogene See ist etwa 37 km lang, aber nur 1,5 km breit. Er ist nach Loch Lomond der zweitgrößte See Schottlands, hat aber aufgrund seiner Tiefe das größte Wasservolumen aller schottischen Seen. (Der tiefste See ist allerdings Loch Moror, wie uns Paul aufklärte.)

Wir haben eine Fahrt auf dem „Loch Ness by Jacobite“-Schiff unternommen und ich kann sie jedem Besucher des Sees wärmstens empfehlen, um in die dunklen Tiefen des Sees zu blicken und die herrliche Landschaft drum herum in seiner vollen Schönheit wahrzunehmen.

Jacobite cruise

Vielleicht löst die Tiefe des Loch Ness in den Menschen das Gefühl aus, irgendetwas Fremdes, Unheimliches lebe in den Gewässern – ein Seeungeheuer! Das glaube ich natürlich nicht, aber Loch Ness bietet seinen Besuchern ungeheuerlich schöne Aussichten und ist ein Beispiel dafür, welch große Kraft Geschichten haben können, wie sie sich mit den Jahren weiterentwickeln und ihrer jeweiligen Zeit anpassen. Denn es gibt vielleicht durchaus Touristen, die Loch Ness vor allem einen Besuch abstatten in der Hoffnung einen Blick auf das Ungeheuer mit dem Namen Nessie zu erhaschen. Ich kann sagen, Loch Ness ist selbstverständlich auch ohne Nessie jede Reise wert – aber die Vorstellung eines Ungeheuers in den Tiefen des Sees ist sehr schmackhafte Nahrung für die Phantasie.

Urquhart Castle

Am Loch Ness gelegen ist außerdem die beeindruckende Burgruine von Urquhart Castle, die wir ebenfalls besichtigt haben. Über ihre wechselvolle und spannende Geschichte kann man sich im dazugehörigen Besucherzentrum informieren.

Auf dem Rückweg nach Edinburgh, passierten wir die Stadt Inverness, die Hauptstadt der schottischen Highlands und machten einen letzten kurzen Stopp in der hübschen, viktorianisch geprägten Stadt Pitlochry. Die Reise nach Loch Ness samt Schifffahrt war ein wunderbares Erlebnis – nicht nur wegen der vielen großartigen Orte, die wir besucht haben, sondern auch wegen unseres kompetenten und liebenswürdigen Guides Paul, der jeden Ort mit seinen Erzählungen für uns noch lebendiger gemacht hat. Danke!