Fest der Bücher. Frankfurter Buchmesse 2015.

Was dem einem sein alljährlicher Besuch bei „Rock am Ring“ oder „Wacken“ ist, das ist für mich die Frankfurter Buchmesse. Ein fester Termin im Kalender, auf den ich mich freue und dem ich entgegenfiebere, jedes Jahr aufs Neue. Seit bestimmt 10 Jahren bin ich an einem Tag oder fünf, beruflich und auch privat, vor Ort auf diesem großen und großartigen Fest der Bücher und ihren dazugehörigen, in der ganzen Stadt verteilten, Lesungen und literarischen Veranstaltungen. Denn: „Guten Tag, mein Name ist Anette und ich bin ein bekennender Büchernerd“.

Ich lebe sehr gerne in Frankfurt – aber am liebsten im Oktober, wenn die Buchmesse ihre Pforten öffnet und so viele Autoren und Literaturschaffende die Stadt bereichern und die volle Bahn einen nicht frustriert sondern beglückt, weil die Menschen gefühlt alle ein Thema haben: Bücher. Ich schließe mich daher dem Redakteur Tobias Becker voll und ganz an, wenn er an dieser Stelle sagt: „Ich liebe die Stadt während der Buchmesse mehr als die Buchmesse selbst.“ Denn Frankfurt wird in diesem Tagen, wie ich mal versucht habe es im Blog zu beschreiben, zum „verliebten Bücherwurm“ und um noch einmal Becker zu zitieren: „[…] für ein paar Tage in die Stadt verwandelt, die Frankfurt immer sein will: international und intellektuell, eine Stadt, in der nicht nur Geld verdient wird.“ Dem kann ich nur zustimmen.

Aber zurück zur Messe. Dieses Jahr war ich am Mittwoch, dem Eröffnungstag, auf der Buchmesse. Dank der neuen Buchmesse-App war die Planung meines Programms diesmal sehr viel unkomplizierter. Eine klare Empfehlung für alle, die am Sonntag noch hingehen. Und auch so manches andere war neu – z. B. wurde das Hallenkonzept der Messe erneuert und auf einem Tumbl-Blog über die „heißen Looks“ auf der Messe berichtet. 😉

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Wer Bücher liebt, kauft in der Buchhandlung.
By the way kann ich sogleich auch noch eine App empfehlen: die äußerst praktische und eigentlich längst überfällige buchhandel-App, die vor allem die Mission hat die lokalen Buchhandlungen zu unterstützen. Mit der App lässt sich der Barcode des entdeckten Buches ganz einfach einscannen, in einer persönlichen Liste erfassen und später mit einem Klick bei der lokalen Lieblingsbuchhandlung bestellen. Entweder man kann das Buch dann kurze Zeit später dort selbst abholen und bezahlen oder sich auch direkt nach Hause liefern lassen. Die leichteste und bequemste Möglichkeit die lokalen Buchhandlungen zu unterstützen. Wer dann immer noch lieber beim großen A. einkauft, ist selbst schuld. Auf der Buchmesse erwies sich die App auf jeden Fall als ein sehr praktischer Begleiter und mein virtueller Wunschzettel ist von Stand zu Stand länger geworden.

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Orbanism Space – neu und richtig gut!
Meine zwei Highlight-Veranstaltungen am Mittwoch fanden beide im nagelneuen Orbanism Space statt, kuratiert von den Netzwerk-Experten Leander Wattig und Christiane Frohmann. Wie es auf der Webseite so schön heißt: „Im Mittelpunkt steht die Begegnung von Menschen und digitalen Themen in neuen, unerwarteten Konstellationen.“ Vor der Buchmesse schrieb Leander Wattig auf seiner Facebook-Seite: „Wenn in den nächsten Tagen Flecken im ‪#‎orbanismspace‬ entstehen sollten: das ist Herzblut.“ Und ja, Herzblut ist hier definitiv im Spiel, das spürt man und der Erfolg somit umso mehr verdient – interessantes Programm, spannende Gäste, viel Liebe und keine Spur von der Verstaubtheit, die der Buchbranche ja immer gerne nachgesagt wird. Ich kann nur sagen: Hut ab! Der Orbanism Space gehört nun ganz offiziell zu einem meiner liebsten Plätze auf der Frankfurter Buchmesse und fast könnte ich sagen mein Tag begann und endete hier.

Judith Holofernes und Thees Uhlmann im Orbanism Space
„Wir sind Helden“ und „Tomte“ gehören für mich nach wie vor zu den besten deutschsprachigen Bands. Nun gehen Judith Holofernes („Wir sind Helden“) und Thees Uhlmann („Tomte“) auch neue, literarische Wege und haben beide 2015 jeweils ein Buch herausgebracht. Das ist eigentlich nicht verwunderlich, denn das die beiden wissen, wie man hervorragende Texte erschafft, haben sie als Songwriter abermals unter Beweis gestellt. Während Judith Holofernes ein Band mit humorvollen Tiergedichten mit dem Titel „Du bellst vor dem falschen Baum“ geschrieben hat – löste Thees Uhlmann nach 12 Jahren ein Versprechen bei seinem Verlag Kiepenheuer & Witsch ein und verfasste den Roman „Sophia, der Tod und ich“.

Beide waren vor Ort im Orbanism Space und während die sympathische Judith Holofernes morgens mit Orbanism-Mitbegründerin Christiane Frohmann über das Thema „Künstler auf Twitter“ sprach und sich als begeisterte Twitterin outete („Auf Twitter hatte ich mit einem Mal das Gefühl, hier hängen also meine Leute rum.“), las Thees Uhlmann am späten Nachmittag aus seinem Buch vor und sprach über seine Begeisterung für die Buchmesse („Ich komme mir vor, wie bei der Popkomm als sie noch in Köln war.“)

Orbanism Space FBM2015

Am 21.01.2016 liest Thees Uhlmann übrigens aus seinem neuen Buch in der Brotfabrik in Frankfurt vor. Ich bin begeistert gewesen von seiner kleinen Lesung auf der Buchmesse, und bin somit auf jeden Fall dabei und jetzt heißt es für mich: Zusammenreißen und nicht gleich alle Bücher von meinem buchhandel-App-Wunschzettel bestellen. Weihnachten steht schließlich vor der Tür und die nächste Buchmesse irgendwie ja auch. Nach der Buchmesse ist bekanntlich vor der Buchmesse und wer weiß, vielleicht kommt Haruki Murakami ja irgendwann auch mal hin. Man darf ja noch träumen.

fbm2016

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5 Gedanken zu “Fest der Bücher. Frankfurter Buchmesse 2015.

  1. Auch ich war öfters mal am Orbanism Space. Früher zog ich zum blauen Sofa, wenn ich mal nicht rumrennen wollte. Dieses Jahr kam ich einfach hierhin. Lag auch schön zentral und direkt neben dem günstigen Azubistro.

  2. Ich war dieses Jahr das erste Mal da und auch schwer begeistert…obwohl abends so kaputt, dass ich sehr sehr früh schlafen musste 😉 das Buch von Thees Ullmann spricht mich auch sehr an…gibts noch Karten für den 21.01.? Weisst du das? Lg Merle

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