10 Gründe, warum du Stephen Hawkings „Eine kurze Geschichte der Zeit“ lesen solltest

Eine kurze Geschichte der Zeit

Hast Du in letzter Zeit ein Buch gelesen, das Dich herausgefordert hat? Bei dem Du das Lesen geradezu als persönliche Challenge empfunden hast? Eins bei dem Du Dich ein bisschen wie ein Marathonläufer gefühlt hast, der zwischendurch immer wieder darüber nachdenkt das Handtuch zu werfen und dann doch die Zähne zusammenbeißt? Mein persönlicher kleiner Kopf-Marathon war letzten Monat das Vorhaben „Eine kurze Geschichte der Zeit“ von Stephen Hawking zu lesen. Und zwar vollständig – ohne Mogeln und heimliches Überblättern von Kapiteln, egal wie groß die Versuchung manchmal auch war. Bei diesem Buch war ich streng.

„Eine kurze Geschichte der Zeit“ aus dem Jahre 1988 – ein Abriss zu den wichtigsten kosmologischen Denkmodellen und Fragen – stand schon länger auf meiner persönlichen To-read-Liste. Doch ich gebe es zu: Ich habe die Lektüre immer wieder gerne aufgeschoben. Ich hatte schon so eine Ahnung, dass dieses Buch kein Spaziergang für mich sein würde, dann als Physik-Ass kann ich mich beim besten Willen nicht bezeichnen.

Dennoch wurde in den letzten Jahren mein Interesse an Astrophysik, Schwarzen Löchern, Sternen, Planeten und der Big Bang Theorie immer größer. Wann immer ich etwas dazu las oder sah, war ich fasziniert und ich wollte so vieles verstehen. Dennoch hatte ich bei Konzepten und Ideen wie der Relativitätstheorie oder der Stringtheorie manchmal das Gefühl einem kleinen Irrlicht hinterherzurennen, das ich nie ganz in seiner Komplexität erfassen konnte. Ich sah es und dachte „Gleich hab ich‘s!“ – aber oft entglitt es mir auch wieder und ich hatte nur einen kleinen Eindruck erhascht. Daher die Idee: Einfach mal das „Hawking-Buch“ lesen! Vielleicht bringt es Licht ins Dunkel.

Nachdem ich im Januar den Kinofilm „Die Entdeckung der Unendlichkeit“ über die Liebesgeschichte von Stephen und seiner ersten Frau Jane Hawking gesehen habe, war es dann soweit. Überwältigt von der Sympathie für den Mensch Stephen Hawking, wollte ich es nun endlich mit seinem ersten populärwissenschaftlichen Buch wagen. Ich hatte endlich Lust auf „Eine kurze Geschichte der Zeit“ und fing voller Elan mit der Lektüre an.

Ich hatte zunächst keinen Zweifel, dass es gelingen würde, und redete mir Mut zu: Es geht schließlich um die KURZE Geschichte der Zeit. Hawking hat die komplexe Thematik bestimmt so genial einfach zusammengefasst und ausformuliert, dass sogar ich als Laie alles verstehen würde. Der Buchumfang, schlappe 270 Seiten (eigentlich nur 250 ohne Quellenangaben), ist nun wahrlich kein Problem. Und … das Buch ist seit Jahrzehnten ein Bestseller. Wenn das mal kein deutlicher Indikator dafür ist, dass es absolut „lesbar“ und leicht verständlich ist.

Die Antwort ist nach meiner bescheidenen Auffassung: Nö, falsch gedacht. Denn „einfach“ ist wahrlich nicht der zutreffende Begriff um das Buch zu umschreiben. Zwischen begeisterten Lesemomenten, in denen mein Gehirn förmlich vibrierte vor lauter „Wow!“-Ausrufen, formulierte sich beim Lesen auch ziemlich oft und leicht schrill das Wort „Was???“ in meinem Kopf, z. B. wenn plötzlich von „imaginärer Zeit“ und „Wurmlöchern“ die Rede war. Ich las langsam und recherchierte manches nochmal nach. Je länger ich das Buch las, desto mehr begann ich die Behauptung zu glauben, dass „Eine kurze Geschichte der Zeit“ zwar nach der „Bibel“ zu den meistverkauften aber auch den am häufigsten nicht fertiggelesenen Büchern gehört. Aber ich wollte nicht aufgeben und habe es gestern tatsächlich fertig gelesen.

Keine Frage, ich halte es für ein „schweres“ Buch, zumindest kapitelweise. Warum will ich Dich also – wie die Überschrift verrät – davon überzeugen es auch damit zu versuchen? Möchte ich Dich quälen? Ganz sicher nicht. Das Gegenteil ist der Fall! Denn Hand aufs Herz: Ich habe beim Lesen hin- und wieder genörgelt und das Buch wieder weggelegt aber letztlich hat es sich gelohnt dranzubleiben – denn es ist absolut FASZINIEREND! So sehr, dass ich es in Großbuchstaben schreiben muss. Hier daher meine 10 guten Gründe, warum Du das Buch lesen solltest (obwohl es schwer ist):

  1. Astrophysik rockt! Sie stellt all die existenziellen Fragen, die die Menschheit seit jeher beschäftigen: Wo kommen wir her? Wie fing alles an? Wie wird es enden? Hawking wird Dich nicht enttäuschen und Dir differenzierte und spannende Antworten und Antwortversuche liefern, die Dich hin und wieder so was von umhauen werden.
  2. Klein aber oho. Auf sehr kleinem Seitenumfang findest Du hier die geballte Ladung „hochexplosives“ Wissen. Wie gesagt, es ist nicht immer leicht. Man darf aber nicht vergessen: Dieser „Kram“ IST einfach sehr komplex. Hawking macht es Dir schon so leicht wie möglich. Es ist daher (trotzdem) der ideale Einstieg in die Thematik.
  3. Ich weiß, dass ich jetzt mehr weiß. Ganz egal wie viel Du NICHT verstehst in dem Buch (und das wird vermutlich passieren, wenn Du ein Kosmologie-Neuling bist!), das was Du verstanden hast, wird Dein Denken für immer bereichern.
  4. Gehirnaktivität ahoi! Du wolltest schon immer so richtig „spüren“ wie Dein Gehirn hart arbeitet? Wie sich Gehirnzellen neu miteinander verschalten? Okay, lies das Buch und fühle es. Es tut manchmal ein klein bisschen weh und es könnte möglicherweise Dampf aus Deinen Ohren rauskommen, aber das Lesen ist ein wahnsinnig effektives Gehirn-Workout. Nicht aufgeben! 😉
  5. Neue Perspektiven. „The Big Bang Theory“ zu schauen wird nach der Lektüre nie wieder das Gleiche sein. Plötzlich wird das, was Sheldon Cooper von seiner Arbeit erzählt, für Dich Sinn machen! (Zumindest ansatzweise.) Quarks und Strings sind für Dich keine Fremdwörter mehr. Du wirst Filme wie „Donnie Darko“ und „Interstellar“ nach dem Buch mit anderen Augen sehen. Du wirst mehr verstehen – uns somit mehr und anders sehen.
  6. Lachen hilft beim Lernen. Hawking hat einen tollen Sinn für Humor. Und das merkt man beim Lesen. Wenn Deine Gehirnzellen keine Lust mehr haben, wird er Dich zum Schmunzeln bringen und es Dir leichter machen dran zu bleiben.
  7. Nachschlag: Einstein, Galileo & Newton. Hawking stellt nicht nur die Ideen, sondern auch das Leben und die Persönlichkeit einiger der berühmten Wissenschaftler vor, die diese entwickelt haben. Kurz und knapp, sehr interessant und unterhaltsam.
  8. Erzähl mir mehr. Bei einer Party oder bei dem ersten Date werden Dir die Gesprächsthemen nicht mehr ausgehen. Zugegeben funktioniert sicher nicht immer, aber wenn Du jemanden findest, der mit Dir über die Möglichkeit von Zeitreisen und die poetische Tatsache, dass wir alle aus Sternenstaub bestehen, plaudern möchte, bist Du vermutlich in guter Gesellschaft. Und Dein Gespräch wird sicher spannender als der Small-Talk übers Wetter oder den neusten Promi-Klatsch.
  9. Alles easy-peasy. Jedes Buch, was Du danach oder parallel dazu liest, wird Dir wie ein Kinderspiel vorkommen, sehr angenehm zu lesen und überaus verständlich.
  10. Mission completed. Es ist ein schönes Gefühl eine Herausforderung gemeistert zu haben. Nach der Lektüre kannst Du Dir das Buch guten Gewissens ins Regal stellen. Du bist kein Angeber, der das Buch nur besitzt, um Eindruck zu schinden. Du hast einen Bezug, eine Geschichte dazu. Du hast eins der wichtigsten Bücher unserer Zeit gelesen und bist ein bisschen schlauer geworden. Gratulation!

Kurze Geschichte der Zeit_im Buch

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