Blogparade: Jahresabschluss 2014

BuchSaiten-Jahresabschluss


Auch dieses Jahr möchte ich sehr gerne an der Blogparade von BuchSaiten teilnehmen und einige Fragen zu meinem Bücherjahr 2014 beantworten. Los geht’s!

Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir wenig versprochen habe, dass mich dann aber doch positiv überrascht hat?

Wie letztes Jahr erläutert, lese ich nie Bücher, von denen ich mir wenig verspreche. Dennoch gab es ein Buch, das meine Erwartungen weit übertroffen hat. Ja, mich absolut begeistert hat! Es handelt sich dabei um den Jugendroman „Wunder“ von Raquel J. Palacio, der dieses Jahr den Deutschen Jugendliteraturpreis in der Kategorie: Preis der Jugendjury gewonnen hat.
Zur Handlung: Auggie ist 8 Jahre alt und soll erstmals eine Schule besuchen. Das wäre nicht weiter ungewöhnlich, wenn Auggie nicht der wäre, der er ist: ein medizinisches „Wunder“, dessen entstelltes Gesicht, die Menschen die ihm erstmals begegnen oft erschrecken lässt. Auch in der Schule bekommt Auggie schmerzhaft die Ablehnung der Mitschüler aufgrund seines Aussehens zu spüren, gewinnt jedoch auch zwei neue Freunde, die sehr unterschiedlich mit seinem Schicksal umgehen.
„Wunder“ ist ein zutiefst berührendes und menschliches Buch, das niemals ins Sentimentale abdriftet oder einen erhobenen Zeigefinger hebt. Durch den Wechsel der Perspektiven in der Geschichte (Auggie, seine Schwester und sein Freund Jack erzählen) ist der Leser ganz nah an den Figuren und kann sich in jede von ihnen sehr gut einfühlen. Für mich ein wunderbares Buch über Courage, innere Schönheit und die Kraft der Freundschaft.

Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir viel versprochen habe, das mich dann aber negativ überrascht hat?
Nachdem ich absolut begeistert von den philosophischen Romanen „Und Nietzsche weinte“ und die „Schopenhauer Kur“ von Irvin D. Yalom war, freute ich mich auf ein bis dahin noch nicht gelesenes Buch des Autors mit dem Titel „Das Spinoza Problem“. Leider war es für mich eine absolute Enttäuschung.
Es werden parallel zwei Handlungsstränge aufgerollt. Einmal geht es um die Geschichte des jüdischen Philosophen Bento Spinoza, der sich 1656 von der Religion losgesagt hat und exkommuniziert wurde. Zum anderen wird der Lebensweg des Alfred Rosenberg, Antisemit und seinerzeit führender Ideologe des NS Regimes, der eine zwiespältige Obsession für Spinozas Schriften entwickelt, nachgezeichnet. Die Geschichte hat mich einfach nicht berührt oder gefesselt. Sie erschien mir nicht ganz „rund“ und ich war nicht traurig, als ich die letzte Seite des Buches erreicht hatte. Keine Empfehlung meinerseits auch wenn ich die beiden anderen Romane von Yalom großartig finde.

Welches war meine persönliche Autoren-Neuentdeckung in diesem Jahr und warum?
Zum Geburtstag erhielt ich von einer Freundin „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ von John Green.  Das Buch ist spätestens seit der Verfilmung, die dieses Jahr in den Kinos anlief, kein Geheimtipp, was die Fabelhaftigkeit natürlich nicht im Geringsten schmälert. Ich spare mich aber daher an dieser Stelle eine Zusammenfassung. Das Buch habe ich als sehr aufrichtig, pur und stark empfunden. Begeistert hat mich John Greens Fähigkeit absolut „echte“ und authentische Figuren zu entwickeln, Humor und Tragik kongenial zu verknüpfen und von Liebe und Tod zu erzählen, ohne jemals kitschig oder hochtrabend zu werden. Ich werde ganz sicher weitere Bücher von John Green lesen.

Welches war mein Lieblingscover in diesem Jahr und warum?
Ganz klar, das Cover von „Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki“ von Haruki Murakami, das mit so viel Liebe und Kreativität gestaltet wurde, dass es mein bibliophiles Herz jedes Mal höher schlagen lässt, wenn ich es vor mir habe. Das Buch ist geschützt durch einen transparenten Buchumschlag, dessen farblicher Klecks aus zwei Schmetterlingsflügeln besteht. Diese legen sich perfekt auf den dezent gezeichneten Schmetterlingskörper auf dem schlichten, weißen Cover des Buches. Dies  ist nicht nur einfach schön anzusehen, sondern passt auch perfekt zum Inhalt des Buches, der von vermeintlich farblosen Takuru Tazaki erzählt und seiner Spurensuche in der Vergangenheit.

Welches Buch will ich im 2015 unbedingt lesen und warum?
Da gibt es so viele. Der Stapel der ungelesenen Bücher wächst und wächst, besonders nachdem ich als Buchliebhaberin an Weihnachten mit vielen neuen Büchern beschenkt wurde. Da wäre zum einen „Magical Mistery“ von Sven Regner, weil ich ein großer Fan der „Herr Lehmann“-Trilogie bin. Außerdem „Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte“ von Oliver Sacks über 24 faszinierende Fallgeschichten aus der Neurologie sowie eine Biographie von dem schillernden Paar Zelda und Scott Fitzgerald von Michaela Karl mit dem Titel  „Wir brechen die 10 Gebote und uns den Hals“. Das ist mal eine Aussage!

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