Jetzt im Kino: „Frances Ha“

Gestern Abend im „Harmonie“-Kino in Sachsenhausen lernten wir uns kennen.  Das Licht ging aus und dann kam sie: „Frances Ha“. Wir wurden ohne Wenn und Aber sofort Freundinnen. Aber am besten fange ich ganz von vorne an.

Die Großstadtkomödie „Frances Ha“ von Regisseur Noah Baumbach, erzählt von einem Wendepunkt im Leben von Frances. Sie ist Ende 20, soetwas wie eine Tänzerin in Ausbildung, notorisch pleite und lebt in New York mit ihrer besten Freundin und Mitbewohnerin Sophie in den Tag hinein. Diese Freundschaft ist die große Stütze von Francis und steht im Mittelpunkt der Geschichte. Zunächst sind beide unzertrennlich, die Leben verlaufen geradezu parallel, die Harmonie zwischen den beiden ist perfekt. Doch dann verändert sich nach und nach das Lebenskonzept von Sophie und somit auch die Freundschaft. Sie zieht aus und beginnt eine ernsthafte Beziehung mit dem  „Was geht? Ich muss mal schiffen.“-Typ.  Mit dem Job von Frances geht es auch nicht voran, aber Frances kämpft sich durch, nicht betont heldenhaft, nicht von einem Tag auf den anderen Berge versetzend, sondern einfach so gut sie kann. Mit ihrer herrlichen Unvollkommenheit, mit ihrem Witz, ihrer ganz besonderen Frances-Art, in die man sich im Laufe des Films einfach verlieben muss.

Am Ende des Films saß ich im Kinosessel und schmunzelte glücklich vor mich hin. Denn die „kleine“ Geschichte von Frances war das lebensnaheste und unkonventionellste was ich seit langem im Kino gesehen habe. Greta Gerwig legt eine sensationelle Performance als Frances ab. In schwarz-weiß erzählt, erinnerte der Film mich zunächst an die Großstadtkomödien „Der Stadtneurotiker“ und „Manhattan“ von Woody Allen. Die Verneigung vor diesen Filmen ist spürbar aber Regisseur Noah Baumbach und Greta Gerwig machen dennoch etwas ganz eigenes aus „Frances Ha“. Wer Lust hat auf eine Geschichte, in der es nicht wieder um die Suche nach der großen Liebe geht, sondern erfrischenderweise um eine große Freundschaft und den eigenen Platz im Leben und wer nicht vor einem etwas schrägen Humor zurückschreckt, dem wird der Film garantiert gefallen.

Ich werde das Bild von Frances, die zu den Klängen von „Modern Love“ von David Bowie durch die Straßen New Yorks rennt, hüpft, tanzt als einen wundervollen und unvergesslichen Filmmoment in Erinnerung behalten.  Und auch die letzte Szene, die meiner Meinung nach noch einmal so viel über die Hauptfigur verrät und auch auflöst was es mit dem merkwürdigen „Ha“ im Titel auf sich hat. Im Grunde kann ich zum Abschluss nur Sophie zitieren: „Ich liebe Dich Frances.“ 🙂

FRANCES HA_Filmposter

Filmposter „Frances Ha“ © Copyright MFA+ FilmDistribution e.K.

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