Tegan and Sara rockten das Capitol

An manchen Klischees ist sehr wohl ein Funken Wahrheit. Wenn ein Frankfurter sich zum Beispiel nach Offenbach aufmacht, braucht er tatsächlich in der Regel einen guten Grund dafür. Einen verdammt guten, hatte ich am vergangenen Montag. Denn Tegan and Sara, die reizenden Zwillingsschwestern aus Kanada hatten einen Gig im Offenbacher Capitol. Das Konzert: sympathisch, emotional, humorvoll, schwül und heiß und aus musikalischer Hinsicht einfach magisch. Einer von diesem Abenden an denen man wahnsinnig froh ist, da zu sein, wo man gerade ist. Mittendrin. Verzaubert, verzückt, euphorisch.

Das Konzert war die perfekte Symbiose aus „alten“ Hits wie  „The Con“, „Nineteen“ oder „Number“ und neuen Songs wie meinem aktuellen Lieblingssong „Now I’m all messed up“ sowie „Closer“ und „Shock to your system“.  Tegan versprach „alle Songs“. Es würde ein langer Abend werden. 🙂 Das Versprechen sollten die Schwestern jedoch auf ihre Art tatsächlich halten, indem sie ein atemberaubendes Medley ihrer Songs spielten. Ein unvergessenes Highlight dieses Abends wird für mich auch Tegans „Where is Waldo?“ bzw. „Where is Tegan?“-Aktion bleiben. Tegan stürzte sich ins Publikum und ihre Freundin machte eine wunderbare Momentaufnahme von ihr mit dem gesamten Publikum, die die Schwestern am nächsten Tag in Instagram online stellten. Wer da war, kann sich nun selbst auf dem Bild suchen. 🙂 Tegan ist auf jeden Fall schnell gefunden. Schau mal hier: http://instagram.com/p/arPC1vGFfL/

Mein Fazit: großartige Band, tolle Livepräsenz und ein absolut geflashtes Publikum, dass mit seiner Begeisterung nicht sparsam umging. Wie erfrischend!

Wer das neue Album noch nicht kennt: „Heartthrob“ kann man sich auf der offiziellen Homepage von Tegan and Sara freundlicherweise komplett anhören: http://www.teganandsara.com/ Und ich bin mir sicher, beim einmaligen Anhören wird es nicht bleiben. Ich für meinen Teil, kann im Augenblick nicht genug davon bekommen und wie der Titel verspricht, sorgt es für jede Menge Herzklopfen. Insbesondere live oder wenn das nicht geht zumindest LAUT. Viel Spaß!

T-Shirt_Tegan and Sara

Signierstunde mit Barbara Yelin

„Auf zur Signierstunde!“, dachte ich mir am vergangenen Freitag und eilte am frühen Abend zum wunderbaren Comic Shop T3.  Ich schaffte es gerade so rechtzeitig, um mir von der sympathischen Illustratorin Barbara Yelin ihr neues Buch „Riekes Notizen“ (Reprodukt Verlag) signieren zu lassen und ein paar Worte mit ihr zu wechseln.

„Riekes Notizen“ versammelt Comic-Strips mit kleinen  und großen Alltags-Abenteuern der Zeichnerin Rieke, die von 2011 bis 2012 in der Frankfurter Rundschau erschienen sind.  Rieke hat feuerrotes Haar, ist immer auf der Suche nach Ideen, redet manchmal mit dem Kühlschrank und kann ein ganz persönliches „Grübel-Monster“ ihr eigen nennen. Das Buch steckt voller Einfälle, die mich haben schmunzeln lassen. Z.B. wenn das Gemüse im Kühlschrank in Riekes Abwesenheit eine Party feiert, oder Rieke aus ihrem Comic-Rahmen springt um Inspiration zu suchen oder schon mal beim Joggen so schnell ist, dass sie dabei die Ringel ihres Ringelshirts verliert. „Riekes Notizen“ ist ein originelles, fröhliches und manchmal liebenswert schrulliges Buch, das ich wärmstens empfehlen kann. Wer neugierig auf eine kleine Leseprobe ist, folgt bitte diesem Link:

http://riekesnotizen.wordpress.com/

So sieht übrigens die Rieke aus, die Barbara Yelin in mein Exemplar „gezaubert“ hat. Ich find’s toll.

Barbara Yelin

Haruki Murakami: „Blinde Weide, schlafende Frau“

In den letzten Monaten habe ich einige Romane gelesen. Tolle Bücher waren dabei, die ich nicht missen möchte. Aber nach einer gewissen Zeit mit den „großen“ Geschichten, sehne ich mich immer nach den „kleinen“, nach Kurzgeschichten. Ich bin ein Fan dieser Gattung und wundere mich immer, dass heutzutage, wo die Zeit für die Lektüre immer knapp ist, nicht mehr Short Stories gelesen werden. Vielleicht liegt es  daran, dass Kurzgeschichten mehr Aufmerksamkeit vom Leser verlangen als ein Roman. Pauschalisieren möchte ich das nicht, aber im Roman kannst Du einen Satz überlesen, eine Seite überfliegen und wirst dem Inhalt trotzdem meistens ohne Probleme noch folgen können. Eine Kurzgeschichte braucht Deine volle Konzentration. Jeder Satz des kurzen Textes besteht darauf.  Und wenn sie gut sind, haben sie absolut recht mit dieser Forderung.

Einige solcher Kurzgeschichten finden sich im Buch „Blinde Weide, schlafende Frau“ von Haruki Murakami, dass aktuell meinen Durst nach den „kleinen“ Stories stillt. Und so wie es mir geht mit dem Lesen, geht es Murakami mit dem Schreiben: „Habe ich einen Roman abgeschlossen, dann merke ich, dass ich ein paar Kurzgeschichten schreiben möchte; und wenn ich eine Gruppe von Kurzgeschichten beendet habe, wächst in mir der Wunsch, mich wieder auf einen Roman zu konzentrieren.“ Aus einigen seiner Short Stories hat er später seine Romane entwickelt. So wird Fans von Murakami-Romanen nicht ohne Grund die eine oder andere Geschichte aus der Sammlung bekannt vorkommen.

Murakami ist für mich ein wundervoller Autor. Seine Geschichten erzählen in einem ruhigen Fluss Unglaubliches und geben mir immer Rätsel auf. Sie sind voller Leerstellen und Merkwürdigkeiten. Sie sind komplex, aber nicht in Bezug auf die Sprache, sondern ihre Bedeutung. Im Grunde birgt jede von Murakamis Kurzgeschichten aus diesem Buch für mich ein faszinierendes Geheimnis in sich. Manche davon kann ich lösen. Wobei die vermeintliche „Lösung“ ganz sicher je nach Leser varriert. Einige  bleiben für mich jedoch unerklärlich und mysteriös. Wenn Du zu z.B. glaubst zu verstehen, warum die  Geschichte „Das New Yorker Mienenunglück“ so ist wie sie ist oder worum es im Grunde darin geht, sag mir unbedingt bescheid. 🙂 Das wird ein interessantes Gespräch.

Blinde Weide, schlafende Frau

Juni in Frankfurt: Was ist los?

Als ich heute zwischen den Häuserreihen nach Hause eilte, fühlte ich ihn schon: den warmen Hauch des Sommers in der Stadt. Aber die letzten Tage haben gezeigt, dass Zuverlässigkeit nicht zu seinen Stärken gehört. Um so besser, dass sich das kulturelle Angebot Frankfurts nicht nach den Launen dieser aktuell sehr kapriziösen Jahreszeit richtet. Und so hält die Stadt mit den hohen Türmen, dem in der Sonne glitzernden Main und den gesprayten Geistern an allen Straßenecken, in den nächsten Tagen einige tolle Ereignisse bereit, die ich Dir in aller Kürze vorschlagen möchte:

1. Da wäre z.B. die Eröffnungsparty der neuen Ausstellung „Glam!“ in der Schirn am Donnerstag, den 13.06., ab 19 Uhr, Eintritt frei.

2. Oder wie wäre es mit der Signierstunde von der Zeichnerin Barbara Yelin („Gift“, „Riekes Notizen“)? Am Freitag zwischen 17 und 19 Uhr im wunderbaren Comic Laden „Terminal Entertainment 3“ in der Nähe es Eschenheimer Turms.

3. Auch unbedingt empfehlenswert, auch wenn es nicht in Frankfurt sondern in Offenbach stattfindet, das Konzert von „Tegan and Sara“ am 17.06. im Capitol.

4. Die Reihe „Kino an ungewöhnlichen Orten“ findet nach zwei Jahren Pause wieder statt. Ab Ende Juni steht das Programm bereit. Aber merk‘ Dir schon einmal die Woche zwischen dem 19.-26.06. vor. In diesem Fall wäre je nach Location aber einbisschen gutes Sommerwetter sicher nicht schlecht.

Auch etwas für Dich dabei? Dann viel Spaß! Vielleicht treten wir uns vor Ort gegenseitig auf die Füße. Bis dann!

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Ich schreibe jetzt einen Blog

Okay, dann los! Und um jegliche Angst vor dem leeren Bildschirm zu überwinden, kommt hier ein Zitat um mir Mut zu machen: „You don’t have to be great to get startet, but you have to get started to be great“ (Les Brown)

In diesem Sinne, lieber Leser, falls Du auch den geheimen Wunsch nach einem Blog in Dir hegst: Fang an. Jetzt. Und frage Dich ja nicht ob die Welt noch einen Blog braucht. Denn dann wird es nie was. Vielleicht braucht die Welt ihn tatsächlich nicht, aber Du wirst es nie erfahren, wenn Du es nicht ausprobiert hast. Den gleichen Ratschlag gebe ich mir selbst und deshalb: Ich schreibe jetzt einen Blog. Ich atme durch und freue mich auf das was passieren wird …

Miss Parkers Sicht auf die Männer

Diese Woche lächelt mich Dorothy Parker zaghaft von dem Kalenderblatt des „aufbau Literaturkalenders“ an. Vor rund 46 Jahren ist diese schillernde, scharfzüngige und humorvolle Schriftstellerin gestorben, die im New York der wilden 20er Jahre im Hotel Algonquin mit ihrem lasterhaften Kreis verkehrte, zu viel trank, leidenschaftlich diskutierte und an Schlagfertigkeit  kaum zu übertreffen war. Ihre Biographie von Michaela Karl mit dem Titel „Noch ein Martini und ich lieg unterm Gastgeber“ kann ich Dir wärmstens empfehlen, wenn Du mehr über die wundervolle, starke und doch zerbrechliche Miss Parker erfahren möchtest.

In meinem Kalender steht ein Zitat aus ihrer Kurzgeschichte „Ein Telefonanruf“, dass ich für Dich rausschreibe. Dorothy Parker war eine der Königinnen der Kurzgeschichten und ist es noch. Das war ganz zweifellos IHR Genre, dass sie aufs vortrefflichste beherrschte. Hier nun also das Zitat:

„Sie mögen es nicht, wenn man ihnen sagt, dass sie einen zum Weinen gebracht haben. Sie mögen es nicht, wenn man ihnen sagt, dass man ihretwegen unglücklich ist. Wenn man es doch tut, dann halten sie einen für tyrannisch und anmaßend. Und dann hassen sie einen. Sie hassen einen, wann immer man etwas sagt, das man wirklich denkt. Man muss ihnen ständig etwas vormachen. Ach, ich dachte, dass wir das nicht nötig hätten.“